Webinar-Archiv
Helmut Creutz' Geldsystem-Grafiken – ein Update
mit Thomas Kubo
Helmut Creutz, Autor von "Das Geld-Syndrom", veranschaulichte in seinen Grafiken auf verblüffende und einleuchtende Weise, wie viele Fehlentwicklungen unserer Wirtschaft und Gesellschaft mit den Strukturen unseres Geldsystems zusammenhängen, und bot sinnvolle und kompetente Reformvorschläge.
Thomas Kubo hat im Dezember 2018 eine aktualisierte Neuauflage von Helmut Creutz' Standardwerk der Geldreform veröffentlicht. In diesem Webinar wird er einige der wichtigsten Creutz-Grafiken mit aktualisierten Zahlen vorstellen und mit den Teilnehmer*innen diskutieren.
Klassifizierung von Geldsystemen
mit Dr. Christoph Freydorf
Christoph Freydorf stellt seine Dissertation vor, in der er ein umfassendes Forschungsprogramm für die monetäre Ökonomik skizziert: Lässt sich in einer einheitlichen Klassifikation die große Vielfalt an realen und hypothetischen Geldsystemen systematisch erfassen und übersichtlich darstellen?
Wie müsste eine solche Klassifikation angesichts umstrittener monetärer Wirkungsweisen und inkompatibler Geldtheorien aufgebaut sein? Mit welcher Methodik könnte sie für verschiedene ökonomische Perspektiven und monetäre Forschungsinteressen gleichermaßen nutzbar sein? Könnte auf dieser Basis modelliert werden, welche Geldsteuerungskreisläufe bestimmte Kompromisse von Geldfunktionen zulassen, also welche optimalen Geldsysteme heute technisch möglich wären?
Christoph Freydorf ist seit 2021 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-finanzierten Forschungsprojekt Finanzwende für Resilienz und Nachhaltigkeit (FIRN) an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung.
2021 promovierte er an der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt zum Doktor der Wirtschaftswissenschaft (Dr. rer. pol.).
Das Inflation-Deflation-Paradoxon
mit Prof. Dr. Felix Fuders
Felix Fuders wird in diesem Webinar zu einem neuen Verständnis der Geldschöpfung der Geschäftsbanken beitragen und das Dilemma beschreiben, mit dem sich in einem fraktionellen Reservesystem jede Zentralbank nach einiger Zeit konfrontiert sieht. Dieses Dilemma liefert eine Erklärung für die Politik des „billigen Geldes“, die in den letzten Jahren von den Zentralbanken fast aller Industrieländer angewandt wird, obwohl die Geldmenge schon zuvor ein noch nie dagewesenes Niveau erreicht hatte.
Prof. Dr. Felix Fuders (*1975) ist seit 2017 1. Vorsitzender der INWO Deutschland. Er studierte an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 2010 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universidad Austral de Chile und unterrichtet dort die Fächer Mikroökonomie, Ökologische Ökonomie sowie Wirtschafts- und Geldpolitik. Er ist seit 2016 Direktor des Right Livelihood College – Campus Austral. Felix Fuders Mitglied der Gesellschaft für Nachhaltigkeit und im Netzwerk für Nachhaltige Ökonomie sowie Beirat des argentinischen Instituto de Estudios Económicos Silvio Gesell (IEESG).
Kommunale Erbbaurechte und bezahlbares Wohnen
mit Prof. Dr. Dirk Löhr
Trotz der Corona-Krise kennen Mieten und Immobilienpreise in den Großstädten nur eine Richtung: Nach oben. Immer mehr Kommunen denken daher über den verstärkten Einsatz des Erbbaurechts nach. Bei Investoren ist dieses allerdings nicht beliebt. Dies hängt jedoch mit der Art und Weise zusammen, wie das Instrument von Kommunen und auch Kirchen zumeist eingesetzt wird. Es gilt, das Erbbaurecht neu zu denken.
Prof. Dr. Dirk Löhr (*1964) vertritt die Fachgebiete Steuerlehre und Ökologische Ökonomik an der Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld. Er ist u.a. Mitglied im Oberen Gutachterausschuss Rheinland-Pfalz, des regionalen Gutachterausschusses Rheinhessen-Nahe, und Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. Er gehörte ebenfalls der vom Bundesinnenministerium eingerichteten Baulandkommission sowie dem Fachdialog Erbbaurecht an.
Vollgenossenschaften als Transformationsansatz - Webinar Fairconomy
Referent: Dr. Jens Martignoni
Jens Martignoni arbeitet seit vielen Jahren an der Entwicklung von alternativen Wirtschaftsformen und neuen Geldsystemen. Nach einer Ausbildung als Ingenieur FH am Technikum Winterthur/Schweiz, arbeitete er mehrere Jahre in der Industrie, anschliessend für Umweltorganisationen und als Leiter grosser Sozialprojekte. Nach einem MBA in Nonprofit-Management an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg/Schweiz, hat er am Seminar für Genossenschaftswesen der Universität zu Köln eine Promotion zu neuen Genossenschaftsmodellen mit integrierter Währung abgeschlossen.
Er war lange Jahre Geschäftsführer von FleXibles, Verein zur Förderung neuer Arbeitsformen in Zürich, wo er auch die Abteilung Wirtschaftsforschung & Entwicklung leitete und Projekte für gesellschaftliche und soziale Innovationen und für die Gestaltung neuer Geldsysteme verantwortete. Seit 2019 ist er Forscher und Dozent am Zentrum für Unternehmensentwicklung der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, ZHAW in Winterthur/Schweiz.
Seine zentralen Forschungsthemen sind Organisationsgestaltung, Genossenschaften, Projektmanagement, Währungsdesign und nachhaltige Wirtschaftsmodelle.
Geldangebot, Geldnachfrage und der Zins in Silvio Gesells Geldtheorie
mit Dipl.-Volkswirt Matthias Klimpel, stellvertretender Vorsitzender INWO e.V.
Webinar: Die Geldreform - Geldangebot, Geldnachfrage und der Zins in Silvio Gesells Geldtheorie mit Dipl.-Volkswirt Matthias Klimpel, stellvertretender Vorsitzender INWO e.V.
Geldangebot:
"Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis der Waren, und das Angebot richtet sich nach dem Vorrat. Mehrt sich der Vorrat, so wächst auch das Angebot; nimmt der Vorrat ab, so geht auch das Angebot zurück. Vorrat und Angebot fallen somit in eins zusammen und statt: "Angebot und Nachfrage" könnte es ebenso richtig heißen: "Vorrat und Nachfrage" bestimmen den Preis.
...
Für das Geldangebot sind die Marktverhältnisse jedenfalls von größter Bedeutung, und wenn wir eben von den Waren sagten, daß Vorrat und Nachfrage den Preis bestimmen, so könnte man vom Gelde ebenso richtig sagen, daß "Stimmung und Nachfrage" seinen Preis bestimmen."
Zitat Silvio Gesell zum Geldangebot "Die natürliche Wirtschaftsordnung"
Geldnachfrage:
"Was ist Nachfrage nach Geld, wer hält Nachfrage nach Geld, wo
herrscht Nachfrage nach Geld, so erhält man die widerspruchsvollsten Antworten.
...
Als Tauschmittel sollen und
wollen wir das Geld betrachten und behandeln. Stellen wir nun in unserer Frage an die Stelle des Wortes "Geld" den Ausdruck "Tauschmittel", so tritt der Unsinn sofort zu
Tage, den obige Antworten bergen.
...
Um Nachfrage nach Geld, nach Tauschmitteln zu halten, muß etwas vom Geld Verschiedenes in Tausch angeboten werden. Das ist im Worte (Tauschmitteln) schon ausgedrückt."
Zitat Silvio Gesell zum Geldnachfrage "Die natürliche Wirtschaftsordnung"
Kernaussage:
"Die Ansicht ist heute noch allgemein, daß der Geldzins durch den Wettbewerb der Geldverleiher steigt und fällt.
Diese Ansicht ist irrig. Es gibt unter Geldverleihern keinen Wettbewerb; er ist sachlich unmöglich. Stammt das Geld, das die Kapitalisten zu verleihen haben, aus dem Verkehr, so stopfen sie mit dem Weiterverleihen dieses Geldes nur die Löcher zu, die sie beim Vereinnahmen des Geldes gegraben haben. Sind 10–100–1000 Geldverleiher da, so sind auch 10–100– 1000 Löcher da, die diese Geldverleiher in die Umlaufsbahn des Geldes gegraben haben. Je mehr Geld angeboten wird, um so größer sind diese Löcher.
...
Bei sonst unveränderten Verhältnissen muß sich also immer eine Nachfrage nach Leihgeld einstellen, die dem Geld entspricht, das die Kapitalisten zu verleihen haben. Unter solchen Verhältnissen kann man aber nicht mehr von einem Wettbewerb sprechen, der den Zins beeinflussen könnte."
Zitat Silvio Gesell; "Die natürliche Wirtschaftsordnung" Kap. 5, Teil 2, Der Urzins
Sicherheit neu denken: Impulse für eine neue friedenspolitische Sicherheitsarchitektur in Europa
mit Ralf Becker
Der Krieg in der Ukraine markiert eine Zeitenwende. Welche Optionen bieten sich zur Neugestaltung einer nachhaltig friedlichen Nachkriegsordnung in Europa nach Beendigung dieses Kriegs?
Ralf Becker koordiniert im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Baden die Initiative Sicherheit neu denken. Von 2012 bis 2019 koordinierte er den gewaltfrei handeln e.V., der seit 1992 in Deutschland Fachkräfte für Zivile Friedensarbeit ausbildet.
Zuvor wirkte Ralf Becker u.a. als Referent für die Studie Zukunftsfähiges Deutschland bei Misereor und war Mitinitiator der ökumenisch-zivilgesellschaftlichen Kampagne erlassjahr.de, die 1999 beim G8-Gipfel in Köln die Entschuldung von 20 höchst verschuldeten Ländern des globalen Südens erreichte.
Zwischen 2003 und 2013 wirkte er als Referent der INWO und der CGW, begleitete den Aufbau des Regiogeld-Netzwerks und -Verbandes und wirkte am Club-of-Rome-Report Money and Sustainability mit. Nach wie vor wirkt er im Monneta-Netzwerk als Experte.
Die Geld- und Bodenordnung in Zeiten weltweiter Dauerkrisen
mit Klaus Willemsen

Welche Relevanz haben die freiwirtschaftlichen Erkenntnisse für die Bewältigung weltweiter Krisenentwicklungen?
Klimakrise, Artensterben, wieder zunehmende Verarmung und Hunger, die Renaissance autoritärer Regime, Krieg... Die Liste der negativen Entwicklungen wird immer länger.
Geld- und Bodenreformen stärken die Resilienz demokratischer Strukturen, sie schaffen Grundlagen für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklungen und sie eröffnen einen Weg, ökonomische Ungleichheit lokal und überregional abzubauen.
Welche Schritte sind realistisch? Wie kann Wandel gelingen? Dies diskutiert Buchautor und Referent Klaus Willemsen in diesem Webinar mit den Teilnehmenden.
Termin: Samstag, 14. Januar 2023, 10.00 - 11.30 Uhr
Von der Akkumulation zur Dezentralisierung der Wirtschaft
mit Dipl. Ökonom Werner Onken
Zwar finden inzwischen die sozialen und ökologischen Folgen der kapitalistischen Marktwirtschaft Beachtung in Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Aber ihre auf der Akkumulation und Konzentration von Geld-, Boden- und Realkapital beruhende problematische Grundstruktur wird kaum in Frage gestellt. In diesem Webinar wird Werner Onken die Inhalte seines Buches vorstellen.
Dipl.-Ökonom Werner Onken (*1953) ist seit 1982 Redakteur der Zeitschrift für Sozialökonomie und Mitorganisator der Tagungsreihe Mündener Gespräche. 1983 begann er mit dem Aufbau des Archivs für Geld- und Bodenreform und 1987 mit der Herausgabe der Gesammelten Werke von Silvio Gesell. Von 1995 bis 2008 organisierte er gemeinsame Jahrestagungen der Christen für Gerechte Wirtschaftsordnung und der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung. Von 2008 bis 2016 gehörte er zum Organisationsteam der Ringvorlesung zur Postwachstumsökonomie an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Seit 2019 ist er Vorsitzender der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung.
Das Geld entmachten
Wie Gleichgewichtsgeld die Idee von Geldreform und Grundeinkommen verbindet

Wer heute über Geld verfügen kann, verfügt damit auch über Macht. Weil viele Menschen von einem Geldeinkommen abhängig sind, um einen legalen Zugang zu lebenswichtigen Gütern zu erhalten wie Kleidung, Nahrung und Unterkunft. Aufgrund dieser Abhängigkeit treffen tagtäglich viele Menschen die Entscheidung, mehr Zeit für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen aufzuwenden statt für ihre Erhaltung.
Am Samstag, den 07.10.2023, ab 15:30 Uhr möchte Martin Finger im Webinar "Das Geld entmachten. Wie Gleichgewichtsgeld die Idee von Geldreform und Grundeinkommen verbindet." mit uns darüber sprechen, wie wir die Rolle des Geldes verändern können, indem wir mit dem Gleichgewichtsgeld Credere jedem Menschen ein Grundeinkommen gewähren.







