ARD: Die Zinsfalle schnappt zu

Nicht nur Griechenland droht die Pleite. Auch für die USA, Großbritannien und Deutschland sieht es laut ARD vor allem langfristig nicht gut aus. Die Zinslast werde so gut wie sicher zu sozialen Unruhen führen.

"Die Schuldenlast ist jetzt schon so groß, dass es kein Zurück mehr gibt: Die Staaten werden daran zerbrechen. Eberhardt Unger vom Analysehaus Fairesearch sieht schwarz, wenn er die neuen Prognosen für das amerikanische Budgetdefizit verfolgt."

Nach Angaben der unabhängigen Haushaltsbehörde Congressional Budget Office (CBO) werden die USA ihr Defizit in den nächsten zehn Jahren noch einmal um 9,8 Billionen Dollar steigern. Während alle Welt auf Griechenland schaut, verzeichneten die Vereinigten Staaten im Februar das höchste Monatsdefizit ihrer Geschichte: 220 Milliarden US-Dollar.

"Das ganze Ausmaß der Dramatik wird deutlich, wenn man die Zinslast betrachtet, die da auf die USA zukommt und die Jahr für Jahr schwerer wird. 2010 dürften die Zinsen etwa 1,4 Prozent der Wirtschaftsleistung auffressen. Schon im Jahr 2020 dürfte laut CBO-Berechnungen der Anteil der Zinsen 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausmachen, erläutert Unger. Bis 2040 dürften die Sollzinsen dann so weit gestiegen sein, dass sie 25 Prozent des BIP verschlingen, wie Berechnungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ergaben."

Deutschland muss demnach im Jahr 2040 15 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung für Zinsen ausgeben, Großbritannien sogar 30 Prozent des BIP. Entsprechend düster fällt das Fazit Ungers aus: "Die USA tragen ebenso wie viele andere Industrienationen in ihrer absurd hohen Staatsverschuldung den Keim zum Untergang ihrer Gesellschaftsordnung."