Commerzbank bringt kein Geld zur Bank

Kosten zu vermeiden ist die beste Motivation das Richtige zu tun. Commerzbank-Chef Blessing handelt im Sinne seiner Bank und tut dabei das volkswirtschaftlich Notwendige. Die Commerzbank wird ihre Überschussreserven bei der EZB von derzeit 31 Milliarden € auflösen.

Die Entscheidung der EZB, für das bei ihr geparkte Geld einen, wenn auch extrem geringen, so genannten Minuszins zu verlangen, zeigt bereits erste Wirkung. Viele Fachleute gehen davon aus, dass die Maßnahme gesamtwirtschaftlich wirkungslos bleiben wird. Ob sie sich auf die Kreditsituation der Realwirtschaft auswirken wird, bleibt zu bezweifeln. Auch der Commerzbank-Chef ist noch unentschieden. Das Handelsblatt zitiert ihn mit den Worten: „<link http: www.handelsblatt.com unternehmen banken nach-zinssenkung-commerzbank-bringt-kein-geld-zur-bank>Blessing bezeichnete die EZB-Entscheidung der vergangenen Woche als Experiment, deren Ergebnisse sich in ein paar Monaten oder Quartalen zeigen würden.“

Entscheidend bei diesem Experiment ist jedoch, dass die neuartige Maßnahme, Geldhortung mit Kosten zu belegen, Wirkung zeigt. Eine psychologische Wirkung besteht schon darin, dass sich die Protagonisten mit diesem Prinzip vertraut machen können. Dies kann der Türöffner sein, mit dem Durchhaltekosten auf Geld - und damit letztlich vor allem auf unser Bargeld – in die wissenschaftliche Diskussion gelangen können. Die Vorteile für die gesamte Gesellschaft, und darin einbezogen für die Stabilität des Finanzsystems, werden dann schnell offensichtlich werden. Schon der bedeutende Ökonom John Maynard Keynes hatte in seinem Hauptwerk auf dieses Instrument hingewiesen: „Jene Reformatoren, die in der Erzeugung künstlicher Durchhaltekosten des Geldes ein Heilmittel gesucht haben, zum Beispiel durch das Erfordernis periodischer Abstempelungen der gesetzlichen Zahlungsmittel zu vorgeschriebenen Gebühren, sind somit auf der richtigen Spur gewesen; und der praktische Wert ihrer Vorschläge verdient, erwogen zu werden....Der hinter dem gestempelten Geld liegende Gedanke ist gesund.“ (John Maynard Keynes: Allgemeine Theorie, S. 302) Heute bräuchten wir unser Geld nicht mehr abzustempeln, wie das Anfang des letzten Jahrhunderts diskutiert wurde. Ein Chip im Geldschein bietet elegante Lösungen für dieses Problem. Hoffentlich hat die Notenbank Mut genug, in diese Richtung weiterzudenken und weiterzuexperimentieren.

Klaus Willemsen, 11.6.2014

Verwendete Quelle:
<link http: www.handelsblatt.com unternehmen banken nach-zinssenkung-commerzbank-bringt-kein-geld-zur-bank>www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/nach-zinssenkung-commerzbank-bringt-kein-geld-zur-bank/10018520.html