Bei seinem Plädoyer für negative Zinsen bezieht sich Münchau auf die amerikanischen Monetaristen. „Der Grund, warum die gegenwärtigen Nullzinsen nicht auf die Geldmenge wirken, so die amerikanischen Monetaristen, ist, dass der Nullzinssatz angesichts der Geldmengenentwicklung noch viel zu hoch ist. Wenn man sie nur drastisch genug in den negativen Bereich senkt, wird man die Geldmenge und die Kreditvergabe irgendwann wieder stimulieren.“ <link http: www.ftd.de politik konjunktur :kolumne-wolfgang-muenchau-aussen-hart-innen-schwach schwach external-link-new-window>(FTD)
Im Kern beschreibt dies die freiwirtschaftliche Analyse. Geringe Zinssätze verursachen Geldhortung und verhindern so einen gleichmäßigen Geldumlauf. Diese Störung des Geldkreislaufs kann auch durch die permanente Ausweitung der Zentralbank-Geldmenge nicht behoben werden.
Münchau schreibt dazu: „Von dem Programm der quantitativen Lockerung, mit dem die Notenbanken durch Anleiheaufkäufe die Zinsstrukturkurve stabilisieren, halten Monetaristen nichts. Für sie besteht die Lösung in einer deutlichen Senkung der Zinsen, auch unter den Nullpunkt, wenn es sein muss. Und diesmal musste es sein.“ (<link http: www.ftd.de politik konjunktur :kolumne-wolfgang-muenchau-aussen-hart-innen-schwach external-link-new-window>FTD)
In der Fachdiskussion ist dieser Ansatz bisher nicht ernsthaft verfolgt worden. „Da Geld eine zinsfreie Verbindlichkeit der Zentralbank ist, gelten null Prozent allgemein als eine untere Schranke. Aber dagegen gibt es Einwände.“ Im Folgenden benennt Münchau zwei elementare Maßnahmen, die für die große Mehrheit seiner Kollegen absolute Tabus darstellen: Die Besteuerung von Geld, im Sinne von Liquidität, mit negativen Zinsen und eine Gebühr auf Bargeld.
„Eine moderne <link http: www.ftd.de thema zentralbank _blank>Zentralbank hat durchaus die technischen Mittel, die Zinsen unter die Nullmarke zu senken. Mithilfe von Geldautomaten geht das sehr einfach. Wenn man Bargeld mit einem Zinssatz von minus fünf Prozent belegt, dann holt man 500 Euro aus dem Bankautomaten, und das Konto wird mit 525 Euro belastet. Man braucht die Scheine nicht einmal zu stempeln.
Sehr geehrter Herr Münchau,
für den Vorschlag, die Zinsstrukturkurve durch eine Gebühr auf Bargeld positiv zu beeinflussen, gebührt ihnen große Anerkennung. Die Umsetzung dieses Ansatzes und die Klärung der vielen Details dazu, ist DIE Herausforderung der Ökonomie. Den entscheidenden Schritt haben Sie benannt: Die Haltung von Bargeld muss direkte Kosten verursachen. Dazu möchte ich darauf hinweisen, dass diese Kosten über den gesamten Zeitraum des Haltens eines Scheines anfallen müssen. Andernfalls verliert sich der Anreiz zur Enthortung mit der Abhebung. Zweckmäßig erscheint daher ein Mikrochip im Geldschein, der die Gebühr über den jeweiligen Zeitraum berechnet.
Es wäre mir eine große Freude, Grundsätzliches und Details zu diesem Ansatz mit Ihnen erörtern zu dürfen. Als Organisator der Perspektiventagung „<link http: www.perspektiventagung.de startseite external-link-new-window external link in new>Der nächste Crash kommt…“ am 15./16.März in Essen möchte ich Sie hiermit herzlich einladen, mit Prof Otte, Prof Huth und weiteren Referenten über diesen Ansatz zu diskutieren.
Klaus Willemsen, 1.12.2012
Verwendete Quellen:
<link http: www.ftd.de politik konjunktur :kolumne-wolfgang-muenchau-aussen-hart-innen-schwach>www.ftd.de/politik/konjunktur/:kolumne-wolfgang-muenchau-aussen-hart-innen- schwach/70120568.html
<link http: www.perspektiventagung.de startseite>www.perspektiventagung.de/startseite/
