Den klaren Worten von der WDR Homepage ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Der Beitrag zeigt, wie sich die Verantwortlichen gegenseitig die Schuld zuweisen. Der Bruch der Euro Kriterien wird als zwangsläufige Konsequenz erkennbar. Nicht erst die Griechen haben betrogen. Schon Hans Eichel und Gerhard Schröder mussten die selbst formulierten und als notwendig erachteten Regeln brechen.
Der Story fehlt die entscheidende Fragestellung: Warum formulieren Ökonomen und Politiker Kriterien, von denen sie wissen, dass deren Einhaltung faktisch nicht möglich ist? Wem ist damit gedient, wenn die Verantwortungsträger vorgeführt werden? Der Fernsehzuschauer lernt, egal, was uns versprochen wird und egal von wem, gegen die Logik können Regeln nicht eingehalten werden. Die Begründungen der Regelverletzungen sind so bunt, wie die Parteienlandschaft. Die Kosten tragen letzlich immer die Bürger.
Solange Geldvermögen exponentiell zunehmen, werden auch die Schulden exponentiell wachsen. Dieses ist eine mathematische Gesetzmäßigkeit. Sie trifft für den Euro ebenso zu, wie für alle derzeit existierenden Währungen weltweit. Eine nachhaltige Entschuldung von Staaten, Wirtschaft und Verbraucher wird erst möglich, wenn unser Geld auch bei Zinssätzen um Null funktionsfähig bleibt.
Sehr geehrter Michael Wech,
wir würden uns sehr freuen, wenn ihre nächste Story die Paradoxieen gängiger ökonomischer Theorien entlarven würde. Wer grenzenloses Wachstum als Lösung vorschlägt muss scheitern. Wer weniger Armut anstrebt, die Vermehrung des Reichtums dabei aber akzeptiert, landet zwangsläufig in der Sackgasse. Wer den Investitionsstreik der Geldvermögen durch die permanente Ausweitung der Geldemission kompensiert, versucht durch Vollgas zu beschleunigen ohne die Handbremse zu lösen.
Klaus Willemsen, 6.11.2012
Verwendete Quelle:
<link http: www.wdr.de tv diestory sendungsbeitraege euro.jsp>www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2012/1105/euro.jsp
