Drogensüchtige Geldpolitiker

„Alle Katastrophen wurden bisher geheilt mit expansiver Geldpolitik, aber das ist eine Droge. Entzug nicht möglich“, zitierten die FTD und das Handelsblatt den Leiter der größten deutschen Fondsgesellschaft, Klaus Kaldemorgen, bereits im Herbst 2009. Im zweiten Halbjahr 2011 expandierte die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank von 2,0 Billionen auf 2,7 Billionen Euro und unterstreicht damit die Richtigkeit der damaligen Prognose.

Unter dem Titel <link http: www.focus.de finanzen money-magazin archiv jahrgang_2012 ausgabe_11 external-link-new-window external link in new>„Papiergeld-Schwemme“ greift Focus Money die aktuelle Entwicklung auf. Die Flutung der Märkte mit zwei mal 500 Mrd.€ im Abstand weniger Monate „rettet kurzfristig die überschuldeten Süd-Länder, Banken und den Euro“, schreibt der Focus, "birgt aber große Risiken". Tatsächlich hamstern viele Geschäftsbanken die aufgenommene Liquidität in der Hoffnung, sie mit weiterem anziehen der Wirtschaft Gewinn bringend einsetzen zu können.

Für die Bilanzen der Banken und die Zinssätze der überschuldeten Länder hat diese Ausweitung der Geldmenge positive Effekte. Für die europäischen Gesellschaften ist diese Maßnahme gleichbedeutend damit, einem Angetrunkenen den Teppich unter den Füßen wegzuziehen. "Auf Dauer drohen durch die Geldflut auch Auswirkungen auf die Preise", schreibt Focus Money und weiter: "An den Finanzmärkten zeigen sich dagegen längst inflationäre Tendenzen". Was das konkret für die Bürger bedeutet, darüber ist leider wenig zu lesen. Nicht wenige der so genannten Fachleute reden die Folgen der Inflation klein oder leugnen sogar, dass diese Gefahr real existiert. Wie bei den Blasen zuvor wird beharrlich so getan, als könne man das mathematisch zwangsläufig Eintretende durch bloßes Ignorieren vermeiden. Allerdings kann niemand die eingangs zitierte Prophezeiung des Klaus Kaldemorgen plausibel widerlegen. Und da man sich in den etablierten Medien ungern als Untergangsprophet oder Nestbeschmutzer betätigt, schweigen lieber alle über die Folgen der ungebremsten Geldmengenausweitung.

„Man muss in Kauf nehmen, dass wir in eine neue Blase steuern“, prophezeite Klaus Kaldemorgen, als Leiter der DWS Fondsgesellschaft, bereits im Herbst 2009. Diese Blase besteht in der Inflationierung des Euros und hat die Enteignung des europäischen Mittelstandes, der Rentner und der Arbeitseinkommen zur Folge.


Klaus Willemsen, 09.03.2012

Der Autor ist freier Referent und ehrenamtlicher Vorstand der „<link http: www.inwo.de>Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung e.V.“.

 

Verwendete Quellen:

<link http: www.handelsblatt.com finanzen fonds nachrichten frankfurter-gespraech-expansive-geldpolitik-ist-eine-droge-ein-entzug-nicht-moeglich external-link-new-window external link in new>Handelsblatt

<link http: www.ftd.de finanzen maerkte :agenda-die-nicht-an-den-aufschwung-glauben external-link-new-window external link in new>FTD

Focus:
Der Focus Money Beitrag vom 7. März 2012 ist derzeit online nicht verfügbar.