Hilfe, hilfe Hilfen!

„Finanzhilfen für Griechenland“ ist der Artikel bei Focus online überschrieben. Die griechische Regierung soll 25.000 Stellen des öffentlichen Dienstes steichen, lesen wir. In dem kurzen Beitrag heißt es dann: „Der klamme Krisenstaat bekommt noch einmal Hilfe“. Von den „zugesagten Hilfen“ ist mehrfach die Rede und dass „die Hilfen von gut 6,8 Milliarden Euro“ aus dem „Euro-Rettungsfond“ stammen.

Dem unbedarften Leser erschließt sich zunächst nicht, inwiefern die Entlassung öffentlicher Bediensteter als Hilfe der europäischen Staaten zu verstehen ist. Stutzig macht die häufige Wiederholung des Wortes "Hilfe" in dem Artikel <link http: www.focus.de finanzen news finanzhilfen-fuer-griechenland-druck-auf-athen-troika-will-rauswurf-von-beamten_aid_1038086.html external-link-new-window external link in new>„Druck auf Athen: Troika will Rauswurf von Beamten“, dessen Kernbotschaft lautet: „6,8 Milliarden Euro für Griechenland – der klamme Krisenstaat bekommt noch einmal Hilfe.“

Werden davon Lehrer und Polizisten bezahlt? Ist es nicht tatsächlich so, dass die aktuellen Steuereinnahmen durchaus ausreichen um die Primärausgaben zu begleichen? Sind die so genannten Hilfen nicht ausschließlich zur Bedienung der absurden Schulden- und Zinslasten vorgesehen? Und wenn das so ist, warum steht es nicht in dem Artikel?

Ein kleiner Hinweis auf die Verwendung dieser "Hilfszahlungen“ findet sich dann doch: „Mit den nun zugesagten Hilfen könnten im August aber die 2,2 Milliarden Euro an fälligen Anleihen getilgt werden“, wird ein Regierungsvertreter zitiert. Und weiter unten wird sogar erläutert, wie sich diese "Hilfen" zusammensetzen: „Die 6,8 Milliarden Euro setzen sich aus Krediten über drei Milliarden Euro von den Euro-Staaten, 1,8 Milliarden Euro vom IWF und zwei Milliarden Euro Zinsen und Kursgewinnen aus griechischen Staatsanleihen zusammen, die die EZB und die Zentralbanken zur Unterstützung aufgekauft hatten.“

Die bitterböse Ironie dieser Zahlungen: Sie sind Hilfen für die internationalen Kreditgeber und werden zu zwei Dritteln von den europäischen Steuerzahlern und zu einem Drittel vom griechischen Steuerzahler selbst finanziert. Geholfen wurde letztlich nur den Finanzjongleuren, die zunächst an den teuren Krediten gut verdient haben und sich anschließend, auf Staatskosten und zulasten der europäischen Finanzstabilität, ihr Risikoinvestment haben auszahlen lassen. Einen kritischen Hinweis auf diese Zusammenhänge vermisst der Leser.

Klaus Willemsen, 09.07.2013

Verwendete Quelle:
<link http: www.focus.de finanzen news finanzhilfen-fuer-griechenland-druck-auf-athen-troika-will-rauswurf-von-beamten_aid_1038086.html>www.focus.de/finanzen/news/finanzhilfen-fuer-griechenland-druck-auf-athen-troika-will-rauswurf-von-beamten_aid_1038086.html