„Frankreichs Wirtschaft lahmt, doch von der Krise ist in der Hauptstadt nicht viel zu spüren. Der Pariser Immobilienmarkt floriert“, lautet die Schlagzeile des <link http: www.welt.de finanzen immobilien article118993080 in-paris-kostet-ein-quadratmeter-schon-16-000-euro.html external-link-new-window external link in new>Artikels von Gesche Wüpper. Im Folgenden heißt es: „Die Voraussetzungen könnten schlechter nicht sein. Die Wirtschaft des Landes schrumpft, die Arbeitslosigkeit steigt, … Doch Anleger lassen sich von den stolzen Preisen nicht abschrecken.“ Ausführlich beschreibt die Autorin, wie die Immobilienpreise, getrieben vom Kaufinteresse großer Fonds und reicher Ausländer, explodieren. Sie beschreibt auch, dass dieser Trend nicht mit der Entwicklung der Wirtschaftsleistung zu erklären ist, und sich eben nicht durch entsprechende Dynamik bei Vermietungen abbildet. „Während die Verkäufe von Logistikflächen in Frankreich in den ersten sechs Monaten stark zulegten, gingen die Neuvermietungen von Gewerbeimmobilien zurück.“
Die Flucht in Bodenwerte als sicheren Hafen für das überflüssige Kapital ist eine vollkommen rationale Entwicklung. Insbesondere der spekulative Anstieg der Bodenpreise in den Zentren ist gewissermaßen zyklisch. Die Immobilienblasen in Tokio oder Spanien sollten der Autorin vertraut sein. Wenn bei nachlassender Kaufkraft und stagnierender Wirtschaftsleistung die Rentabilität des Sachkapitals nachlässt, und gleichzeitig durch billiges Geld ein enormes Inflationspotenzial aufgebaut wird, ist es zwingend, dass immer mehr Geldkapital in beständige Bodenwerte gelenkt wird. Dies ist die Folge einer falschen Bodenbewirtschaftung. Die Kosten dieser Spekulation und die Folgen des Platzens der Blasen tragen alle Bürger. Reich werden dadurch nur einige Spekulanten.
Zu verdanken haben wir diese periodischen Katastrophen dem Versagen der herrschenden Bodenordnung im Allgemeinen und dem Versagen der Journalisten und Ökonomen im Besonderen. Mehr Verweise auf die Zusammenhänge und Hinweise auf historische Erfahrungen zur Krisenvermeidung, würden den Beitrag enorm bereichern. Die kritiklose Beschreibung der gefährlichen Zustände sollte sich spätestens mit den Erfahrungen von 2008 verbieten. Von den Autoren der WELT erwarte ich mehr Tiefgang.
Klaus Willemsen, 14.8.2013
Verwendete Quelle:
<link http: www.welt.de finanzen immobilien article118993080 in-paris-kostet-ein-quadratmeter-schon-16-000-euro.html>www.welt.de/finanzen/immobilien/article118993080/In-Paris-kostet-ein-Quadratmeter-schon-16-000-Euro.html
