Der Erfolg von Felix Zulauf als Vermögensverwalter basiert darauf, dass er den Börsencrash von 1987 kommen sah und rechtzeitig sämtliche Aktien verkaufte. Auf diesem Hintergrund ist es nahe liegend, dass er auch jetzt, nachdem sämtliche Börsen beachtliche Kursgewinne zu verzeichnen haben, ein Ende des Anstiegs erwartet. Im <link http: www.handelsblatt.com finanzen boerse-maerkte anlagestrategie felix-zulauf-im-interview-ich-sitze-auf-cash external-link-new-window external link in new>Handelsblatt-Interviev vom 21.02. gibt er preis: „im letzten Sommer habe ich alle langfristigen Anleihen verkauft. Jetzt halte ich nur noch Unternehmensanleihen mit maximal vier, fünf Jahren Laufzeit“.
Bemerkenswert, obwohl doch vollkommen nachvollziehbar, ist die Antwort nach der derzeitige Anlagestrategie: „Ich sitze auf Cash.“ Das Handelsblatt fragt nach: „Damit riskieren Sie, dass Sie an Kaufkraft verlieren.“ Und wieder gibt der Anlagenguru eine ebenso schlichte wie verblüffende Antwort: „Damit habe ich kein Problem. Wenn ich keine guten Gelegenheiten sehe, dann investiere ich nicht. Ich verwalte ja nur noch mein eigenes Geld.“
Im Umkehrschluss heißt dies: mit dem Vermögen anderer Leute gehe ich Risiken ein, die ich für mein persönliches Vermögen vermeide. Die zweite Schlussfolgerung ist für die Allgemeinheit weit reichender: wenn die zu erzielenden Renditen zu gering werden, entziehe ich dem Markt mein Vermögen.
Letztere Reaktion ist durchaus nachvollziehbar. Insbesondere dann, wenn mit dem möglichen Anlagen ein steigendes Verlustrisiko einhergeht. Allerdings hat die Flucht in die Liquidität für die Gesellschaft gravierende Nachteile. Die Notenbanken reagieren auf die rückläufige Investitionsbereitschaft durch die Zurverfügungstellung immer neuer Liquidität. Und damit baut sich ein Inflationspotenzial auf. Damit wird aber der Wunsch von Anlegern, Rentner und Erwerbstätigen, auf dauerhafte und zuverlässige Preisstabilität, unterlaufen.
Die Flucht in Liquidität muss daher konsequenterweise mit Kosten belastet werden, die auch dann entstehen, wenn die Inflation nahe Null bleibt. Damit würden zwar die Spekulationsgewinne tendenziell immer geringer ausfallen. Im Gegenzug steigt aber die Sicherheit, dass Vermögen im Wert erhalten bleiben. Auf diese Weise könnte Felix Zulauf seine Sorge genommen werden, dass wütende Bürger auf die Straße gehen könnten. Wie dies umsetzbar ist und welche gesellschaftlichen Perspektiven sich daraus ergeben, wird am 15./16. März Gegenstand der <link http: www.perspektiventagung.de>www.Perspektiventagung.de in Essen sein.
Klaus Willemsen, 22.02.2013
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