Über Jahrzehnte hinweg hat es sich zu einer Selbstverständlichkeit entwickelt, prozentuale Lohnerhöhungen zu fordern. Weder die Vordenker in der SPD noch Gewerkschafter hinterfragen dies. Durch Erhöhungen von 2%, 3% oder sogar 5,4% ist jedoch die Spanne zwischen den unteren Einkommen und den höheren Einkommen immer weiter auseinandergegangen. Prozentuale Lohnerhöhungen sind plausibel, um die allgemeine Geldentwertung auszugleichen. 3% Inflation betreffen den Hausmeister gleichermaßen wie den Oberstudienrat. Bei der Verteilung des Produktivitätszuwachses ist dieser Mechanismus jedoch unangemessen. Hier liegt der versteckte Kern ihrer gefühlt richtigen Ausgangsforderung. Die Butter, das Heizöl oder der neue Kühlschrank werden für alle Konsumenten um den gleichen Betrag teurer. Und auch ein ganz neu auf dem Markt befindliches Produkt wie das i-Phone5 kostete den Briefträger und den Gerichtspräsidenten gleichermaßen 600 €.
Mein Vorschlag daher für die kommenden Tarifverhandlungen: Bieten Sie allen öffentlichen Bediensteten einen Inflationsausgleich plus eine jährliche Anpassung der monatlichen Bezüge um bspw. 100 € an. Damit könnten Sie ein sozialdemokratisches Zeichen setzen und mehr Ausgewogenheit bei der Entlohnung der Arbeit einleiten.
Wenn Sie sich zusätzlich dafür einsetzten, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, eine funktionsfähige und wirklich inflationsfreie Währung zu erhalten, könnte unsere Gesellschaft wieder zu mehr Gerechtigkeit und Harmonie zurückfinden.
Klaus Willemsen, 22.08.2014
Verwendete Quelle:
www.rp-online.de/nrw/landespolitik/hannelore-kraft-einigt-sich-mit-nrw-beamten-ueber-besoldung-aid-1.4470085
