Sehr geehrte Tanja Kewes,

in Ihrer Handelsblatt-Kolumne "Faktor Mensch" fordern Sie dazu auf, über die eigenen "Kohorten" hinweg, miteinander ins Gespräch zu kommen. „Lassen Sie uns nicht nur unseresgleichen und die Berater fragen“, lautet ihre Forderung.

Um neue Erkenntnisse zu gewinnen ist es hilfreich, „dem allgemeinen, gleichförmigen Takt nicht blind zu folgen, sondern seine eigene Sicht der Dinge zu finden.“ Der von Ihnen angeführte Alfred Herrhausen zeichnete sich durch seine Neugier und Offenheit für nicht standesgemäße Perspektiven aus. Wer in der Lage ist, die Scheuklappen seiner eigenen Sozialisation abzulegen, erkennt Lösungswege, wo andere nur Sackgassen sehen. 

Unsere Gesellschaft steckt in einer schweren Krise, weil es Ökonomen und Publizisten an der von Ihnen eingeforderten Erkenntniskraft mangelt. Mit guten Gründen werden gleichzeitig staatliche Wachstumsanreize und die Konsolidierung öffentlicher Kassen gefordert. Das Geld soll möglichst billige sein und gleichzeitig so teuer, dass keine Inflation droht. Jeder Protagonist gibt sein Bestes, seinen Standpunkt zu untermauern und den jeweils anderen zu untergraben. Ein kompletter Perspektivenwechsel ist nur wenigen möglich. Ihrem Kollegen Hans Christian Müller ist dies in seinem Beitrag „<link http: www.handelsblatt.com politik oekonomie nachrichten geldpolitik-und-finanzkrise-negative-leitzinsen-das-undenkbare-denken-seite-all external-link-new-window external link in new>Negative Leitzinsen – das Undenkbare denken“ 2009 gelungen.

Wir möchten Sie, Frau Kewes und ihren Kollegen Herrn Müller ganz herzlich einladen, einigen ökonomischen Außenseitern zuzuhören und mit uns scheinbar ungewöhnliche Erkenntnisse zu erörtern. Informationen zu unserer Tagung "Der nächste Crash kommt…“ finden Sie hier. <link http: www.perspektiventagung.de>www.perspektiventagung.de.

Über Ihr Interesse würde sich das Team der INWO ganz herzlich freuen.

Glück auf! wünscht
Klaus Willemsen

15.10.2012
 

Verwendete Quellen:

„Erzähle mir!“ Handelsblatt 5./6./.7.10.2012, S.12

„Geldpolitik und Finanzkrise" Handelsblatt, 18.05.2009