„Bargeld kostet jeden Deutschen 150 Euro im Jahr“, titelt <link http: www.focus.de finanzen news transport-und-entgangene-zinsgewinne-bargeld-kostet-jeden-deutschen-150-euro-im-jahr_aid_995363.html external-link-new-window external link in new>Focus.de/Finanzen am 21.05.2013 und wiederspricht damit der Vorstellung vom kostenlosen Bargeld. „Bargeld kostet die Menschen in Deutschland einer Studie zufolge Jahr für Jahr viel Geld. Insgesamt müssten Handel, Banken und Verbraucher pro Jahr rund 12,5 Milliarden Euro für die Versorgung mit Scheinen und Münzen aufwenden.“ Die Zahl entstammt einer Studie der Steinbeis-Hochschule Berlin, „die am Dienstag auf Einladung des Kreditkartenanbieters Mastercard in Frankfurt vorgestellt wurde“. Der Zweck dieser Studie ist offensichtlich die Vorteile des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu bewerben.
Man kann das Ergebnis aber auch umgekehrt interpretieren: Die für notwendig erachteten Kosten einer Umlaufsicherungsgebühr von 6% auf das Bargeld verteuern die Geldnutzung nur geringfügig, haben aber einen enormen Lenkungseffekt.
Bei einem Bargeldbestand von durchschnittlich 100€ im Jahr fallen nur 6€ Gebühr an, bei einer permanenten Bargeldnutzung von 500€ ergeben sich für den Konsumenten 30€ Kosten für die Geldhaltung. Diese zusätzlichen Kosten erhöhen damit die Gesamtkosten des Bargeldverkehrs nur geringfügig.
Zu einer radikalen Abkehr von der Bargeldnutzung würden diese Kosten sicherlich nicht führen. Eine Verlagerung der Zahlungsgewohnheiten wäre allerdings auch nicht nachteilig.
Der Artikel weist auch auf ein marktwirtschaftliches Argument für die Einführung einer Geldgebühr hin: „Banken müssen sich zum Bezug von Banknoten bei der Bundesbank refinanzieren und hierauf Zinsen zahlen.“ Würde man dem Verursacherprinzip folgen, müssten diese Kosten von den Nutzern der Geldscheine direkt erhoben werden. Technisch wäre dies heute kein Problem mehr.
Klaus Willemsen, 21.05.2013
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