In jedem Jahr nimmt die Bundesregierung Staatsanleinen für 250 bis 300 Milliarden Euro auf. Damit werden zusätzliche Schulden gemacht und auslaufende Verträge ersätzt. Da die Zinssätze für diese Anleihen heute geringer sind als vor zehn Jahren, werden deutlich weniger Zinsen fällig. Dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) ist dies aufgefallen und es hat die Höhe der „Einsparungen“ ausgerechnet.
Mit etwas Sarkasmus im Unterton freuen wir uns darüber, dass renomierte Institute die Entlastung durch ein Niedrigzinsniveau endlich zur Kenntnis nehmen. (Siehe auch Volkswirte der Allianz AG & Institut der Deutschen Wirtschaft Köln) Die lange durchgehaltene Ignoranz beinahe aller maßgeblichen Wissenschaftler gegenüber den Zinslasten der Gesellschaft und im Hinblick auf diesbezügliche Forschung und Lösungswege ist legendär.
Die Wortwahl der Beiträge und die Begründung für die sinkende Belastung beweisen jedoch, dass sich weder die Autoren der Studie noch die Redakteure mit den monetären Zusammenhängen befasst haben. Die Behauptung, niedrigere Kosten könnte man als Sparen ausweisen, lassen wir gerne als sprachliche Vereinfachung durchgehen. Schlimmer wiegt, die Jahrzehnte lang betriebene Praxis, hunderte von Milliarden an Zinszahlungen zur Finanzierung immer neuer Schulden auszugeben, als den Normalfall zu begreifen und sinkende Zinslasten als das Besondere. In einem gesättigten (Geld-)Markt sollte der Preis des Gutes gegen die Entstehungskosten sinken. Dass dies beim Geld verhindert wird, ist das „Besondere“, weil den Marktgesetzen Entgegenstehende.
Wichtiger für die Volkswirtschaft wäre, dass sich diese Institute endlich damit beschäftigen, was getan werden kann, um eine dauerhaft stabile Währung mit einem Null-Zins-Niveau zu gewährleisten. Die Entlastungen sind jede Anstrengung wert. Jens Boysen-Hogrefe, der Autor der Studie des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW) schätzt wage: "Die Entlastung des Gesamtstaats dürfte deshalb bis Mitte 2014 irgendwo zwischen 100 und 200 Milliarden Euro liegen." (welt.de)
Klaus Willemsen, 30.07.2013
Verwendete Quellen:
<link http: www.handelsblatt.com technologie das-technologie-update tagesfrage bundesfinanzministerium-wie-viel-geld-spart-schaeuble-durch-den-niedrigzins>www.handelsblatt.com/technologie/das-technologie-update/tagesfrage/bundesfinanzministerium-wie-viel-geld-spart-schaeuble-durch-den-niedrigzins/8565058.html
<link http: www.welt.de wirtschaft article117003446 bund-spart-100-milliarden-euro-durch-niedrigzinsen.html>www.welt.de/wirtschaft/article117003446/Bund-spart-100-Milliarden-Euro-durch-Niedrigzinsen.html
