"'Griechenland hat Wertpapiere in Höhe von 290 Milliarden Dollar ausstehen - das ist mehr als doppelt so viel wie die 140 Milliarden Dollar, mit denen Lehman im Herbst 2008 in der Kreide stand', sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Zwölf Milliarden Euro Schulden muss Athen bis April zurückzahlen und neue Anleihen ausgeben - ob sich dafür genug Investoren finden, ist offen. Gelingt dies nicht, wäre Griechenland zahlungsunfähig."
Wie vor der Lehmann-Pleite spielen komplexe Kreditderivate, die "Credit Default Swaps" (CDS), eine Hauptrolle. Hedgefonds wetten darauf, dass die Griechen ihre Schulden nicht bedienen können und die Kurse der Kreditausfallversicherungen weiter steigen. Vor Lehman 1.0 wurden CDS für rund 50 Billionen Dollar gehandelt. Nun blüht der Handel mit Kreditrisiken laut SPIEGEL erneut. Händler würden bereits von "stark steigenden CDS-Spreads" sprechen und sich mit Gruseln erinnern.
Noch deutlicher wird Ulrich Leuchtmann, Devisenanalyst bei der Commerzbank. Ein Staatsbankrott hätte Auswirkungen auf andere Länder, auf Bankensysteme und auf die Konjunktur. Auch das habe man schon gesehen. "Doch diesmal gibt es möglicherweise keinen Staat, keine Zentralbank und keine Institution, die stark genug wäre einzugreifen."
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