Als Vorsitzender der G20 werde er sich ab nächstem Jahr unter anderem für eine härtere Regulierung der Bankenbranche einsetzen. Unmäßige Spekulationen oder dubiose Finanzgeschäfte müssten unterbunden werden. Eine Debatte darüber könne aber nicht auf ein einzelnes Land begrenzt sein.
"Der Staatspräsident rief die Welt dazu auf, 'gemeinsam Lehren aus der Krise zu ziehen'. Ohne die Intervention der Regierungen wäre alles zusammengebrochen. 'Aus den Ereignissen, die vor einem Jahr aufgetreten sind, nicht die Schlussfolgerung zu ziehen, dass wir uns ändern müssen, wäre unverantwortlich', sagte er. Es handele sich immerhin um eine 'Krise der Globalisierung'."
Auch der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Trichet, unterstützte in Davos laut SPIEGEL online die Pläne der US-Regierung, die auch eine Begrenzung der Größe einzelner Geldinstitute vorsehen. Ob ein paar Regulierungen ausreichen, um die systemischen Fehler zu beseitigen? Selbst die Banken sind da skeptisch: "Würden Finanzinstitute durch neue Vorschriften in ihrer Größe beschränkt, werde das neue Finanzkrisen nicht verhindern, sagte etwa der Chef der britischen Barclays-Bank, Robert Diamond."
Wie wenig man von auch von den übrigen Vorschlägen der USA und Frankreichs erwarten kann, zeigt eine weitere Einschätzung Sarkozys: "Da es zum Kapitalismus aber keine Alternative gebe, müsse man sich fragen, welchen Kapitalismus man sich wünsche. Dies kann nach Ansicht Sarkozys nur ein marktwirtschaftlicher Kapitalismus sein."
Wie wäre es statt dessen mit einer "Marktwirtschaft ohne Kapitalismus", für die sich unter anderem die INWO stark macht? Unsere grundlegenden Analysen und konkreten Vorschläge enthalten mehr als ein bisschen Regulierung, bedeuten aber weder Entweignung, noch Sozialismus, sondern einen "dritten Weg" für eine nachhaltige Finanzordnung. Unterstützen Sie uns dabei!
