Gold ist eine weitgehend nutzlose Ware mit deren Hilfe Werte aufbewahrt werden. Trotz aller gegenteiligen Behauptungen trägt ein Goldschatz nichts zum Werterhalt einer Währung bei. Der Schweizer Franken wäre andernfalls zu einer Ramschwährung verkommen. „Wer also – wie Notenbanken – die langfristige Linie im Auge hat, der sollte lieber jetzt Gold verkaufen. Denn noch nie hätten wir so viel für unsere Reserven bekommen wie derzeit“, schreibt <link http: www.handelsblatt.com meinung kolumnen weimers-woche weimers-woche-verkauft-das-gold external-link-new-window external link in new>Wolfram Weimer im Handelsblatt.
Die Goldreserve ist ein Vermögenswert der deutschen Bürger und ein Aktivposten für den Staat. Allerdings wird die Größenordnung dieses Schatzes gerne mythologisch übersteigert. Ein Verkauf zum derzeitigen Rekordpreis würde lediglich ausreichen, um für einige Jahre die Zinsen der öffentlichen Schulden zu begleichen. Dies würde zwar Spielraum in der Haushaltspolitik bringen. Eine Abkehr von der Schuldenmisere wäre damit allerdings nicht verbunden. Den aufs Schuldenmachen konditionierten Politikern dieses Geld hinterher zu werfen, empfiehlt sich demnach nicht.
Etwas skurril allerdings ist der Vorschlag von <link http: www.handelsblatt.com wolfram-weimer external-link-new-window external link in new>Wolfram Weimer, „die Golderlöse in italienische, spanische und portugiesische Staatsanleihen“ zu investieren. „Die rentieren im Zehnjahresbereich zwischen 4,8 und 8 Prozent. Bei einer geschickten Durchschnittsverzinsung könnte man also mit 10 Milliarden Euro im Jahr an Zinseinnahmen rechnen. Wir würden uns gewissermaßen das Geld für die Euro-Rettung, das wir vorne für Rettungsmaßnahmen ausgeben müssen hinten am Anleihemarkt wieder hereinholen.“
Dies könnte man auch anders umschreiben: Durch den Zinstransfer aus den Krisenländern verstärken wir die Krise, die zu beheben wir vorgeben. Letztlich sind es die Zinslasten, die die Lösung der Fiskalprobleme unmöglich machen.
Daher sollte man besser Weimers zweiten Vorschlag aufgreifen: „Man könnte mit dem Erlösen aus dem Goldverkauf (…) auf einen Schlag alle deutschen Städte und Kommunen komplett entschulden (immer noch besser als sie nutz- und zinslos herum liegen zu lassen).“ Diese Unterstützung könnte man an eine Verpflichtung binden, zukünftig nur noch das Geld auszugeben, was man bereit ist, durch Steuern und Abgaben einzunehmen. Damit ist jedes kommunale Parlament direkt für seine Wahlgeschenke und für deren Finanzierung verantwortlich. Das Verschieben von Kosten auf zukünftige Stadträte und Bürger entfällt. Gleichzeitig stehen die Milliarden, die derzeit für Zinsen aufgebracht werden müssen, zukünftig zusätzlich den Bürgern zur Verfügung.
Klaus Willemsen, 26.10.2012
Verwendete Quelle:
<link http: www.handelsblatt.com meinung kolumnen weimers-woche weimers-woche-verkauft-das-gold>www.handelsblatt.com
vom 26.10.2012
