Neben Müller waren auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), Metro-Vorstandschef Eckhard Cordes, Liedermacher und Politiker Diether Dehm, Medienunternehmer Hans-Hermann Tiedje und Betriebsrätin Susanne Neumann zu Gast bei Maischberger (Video). Bedauerlicherweise zeigte gleich das Beispiel zum Auftakt der Sendung, in welche typische Richtung die Diskussion laufen würde: weg von der Ursachendiskussion, hin zu einer wenig zielführenden Neiddebatte. In einem Einspieler wurde auf die doppelte Stinkefinger-Geste von verdi-Chef Frank Bsirske eingegangen. Grund dafür war der Rentenanspruch des ehemaligen Hypo-Real-Estate-Chefs Axel Wieandt, der sich für eineinhalb Jahre Arbeit einen Altersanspruch von 20.000 Euro pro Monat gesichert haben soll.
Richtig interessant wurde es erst zum Schluss, den die TV-Kritik der Süddeutschen Zeitung auch noch ausspart. Nach etwa einer Stunde und neun Minuten wies Susanne Neumann, "Deutschlands bekannteste Putzfrau", darauf hin, dass die Kluft zwischen ganz oben und ganz unten immer größer wird. Dirk Müller, Deutschlands bekanntester Börsenhändler, bestätigte das: Die Schere gehe immer weiter auseinander und das sei systemimmanent. Schuld daran sei der Zinseszins. Das Geldvermögen von 4,7 Billionen Euro sei schlecht verteilt. Zwei Drittel der Bundesbürger hätten nichts bis Schulden und zehn Prozent sechzig Prozent der Vermögen.
Wegen der fortgeschrittenen Sendezeit durfte Mr. Dax seine Frage dazu leider nicht mehr an Metro-Chef Cordes richten. Eine Diskussion zum diesem Punkt, zur Ursache des dauerhaften Monopoly-Spiels, wäre sicherlich spannender gewesen.
