Das Leid der Argentinier mahnt uns

Der Zusammenbruch der Wirtschaft in Argentinien vor 10 Jahren steht exemplarisch für die Folgen von Neoliberalismus und ungehemmter Schuldenentwicklung.

Überschuldung, Schuldenschnitt, Währungsschnitt, auf allen Kanälen wird über das bevorstehende Finanzchaos diskutiert. Aber machen wir uns ein Bild davon, welche Realität hinter diesen Worten droht?

Auch in Argentinien wurden jahrelang die Konsequenzen von steigenden Schulden und drohender Geldentwertung ignoriert. Das Volk zahlte dafür einen hohen Preis. „Massenproteste auf den Straßen, die Mensch klopfen auf Töpfe und gegen die verbarrikadierten Tore der Banken, in Sprechchören machen sie ihrem Unmut Luft, Steine fliegen, Supermärkte werden geplündert, die Polizei geht hart gegen die Demonstranten vor – ein Land im Ausnahmezustand. … Im Dezember vor zehn Jahren brach die Wirtschaft des südamerikanischen Landes zusammen. … Das Land war wirtschaftlich und politisch am Ende. … Dabei galt Argentinien in den 90er Jahren noch als Wirtschafts-Wunderland, das radikal wie kein anderer Staat die neoliberalen Dogmen des „Consens of Washington“ umsetzte: Der weltweite Beifall für das vermeintliche Erfolgsmodell war beispiellos. (<link http: www.wdr5.de sendungen zeitzeichen s d external-link-new-window externen link in neuem>WDR5 HP)

Das <link http: gffstream-6.vo.llnwd.net c1 m radio zeitzeichen wdr5_zeitzeichen_20111220_0920.mp3 external-link-new-window externen link in neuem>WDR 5 Zeitzeichen am 20. Dezember 2011 macht deutlich, welchen Preis die Menschen zu zahlen haben, wenn die Gesellschaft der Wachstumslogik von Geld- und Schuldenmengen nicht Einhalt gebietet. Das Feature von Anne Herrberg ist ein eindrucksvolles Dokument für alle, die nicht den Kopf in den Sand stecken wollen. Es zeigt, wie eine wohlhabende Gesellschaft enteignet wird und wie man mit dem Tausch von Naturalien wieder neu beginnen muss. Nicht unerwähnt bleibt am Ende, dass alles wieder von vorne beginnt, wenn keine grundlegenden Reformen des Geldsystems vorgenommen werden. Erst wenn es gelingt, die Geldmengen- und Geldvermögensentwicklung zu drosseln, wird ein nachhaltiges, solides wirtschaften möglich.

Klaus Willemsen, 20. Dezember 2011