Das Waffenarsenal der EZB

Die Folgen von Deflation und Inflation für Geldanleger gereift Jessica Schwarzer bei ihrer Anlagestrategie im Handelsblatt auf. Sie beschreibt das, aus den unterschiedlichen Erwartungen resultierende, entgegengesetzte Anlageverhalten. Für den Anleger sei es ganz entscheidend, auf den richtigen Trend zu setzen. Welcher das ist, weiß natürlich auch Frau Schwarzer nicht. Zur Risikominimierung wäre es daher von Vorteil, Deflation und Inflation gleichermaßen zu vermeiden.

Klar ist, zu viel Deflation ist für Wirtschaft, Gesellschaft und Anleger ebenso bedrohlich wie zu viel Inflation. Beide Entwicklungen sollte die Notenbank mit ihrer Politik in engen Grenzen halten können. Dafür steht ihr, laut Handelsblatt, ein umfangreiches Waffenarsenal zur Verfügung. „Ein noch niedrigerer Leitzins und negative Einlagenzinsen“ werden an erster Stelle genannt. Aber auch einige Tricks, die dazu beitragen können, die Kreditversorgung der Wirtschaft zu angemessen günstigen Konditionen zu sichern. Die „Kreditvergabe fördern auf britische Art“, „geringere Sicherheiten“ und zusätzliche „Liquidität für Förderbanken" lauten die entsprechenden Stichworte.

Zu kurz kommt die Analyse, weshalb die ausreichend vorhandene Liquidität nicht in ausreichendem Umfang als Kredite in der Wirtschaft ankommt. Nach Ansicht der Notenbank könnte man „weitere milliardenschwere Geldspritzen“ in den Markt geben. Von seiten der Redaktion des Handelsblatts sollte hier aber der Hinweis folgen, dass es wenig Sinn macht, von einem wirkungslosen Mittel ständig die Dosis zu erhöhen.

Interessant erscheint der Hinweis auf das Instrument "Strafzins für Banken, die Gelder lieber bei der EZB parken, als sie an Unternehmen und Haushalte als Kredit weiterzureichen“. An dieser Stelle sei der Hinweis an die Autorin erlaubt, dass dieses noch weitgehend unerforschte Instrument eine kritische Würdigung verdient. Kosten auf die liquiden Bestände (es müssen nicht Steuern sein), erhöhen den Anreiz, diese Bestände langfristig auszuleihen. Diese Kosten dürfen aber nicht alleine bei den Geschäftsbanken anfallen. Für sie entstünden sonst enormene Risiko, da sie Einlagen die täglich fällig sind in unbegrenzter Menge in Kredite mit langfristigen Laufzeiten transformieren müssten. Die Kosten für die Liquidität müssen bei allen angekommen denen diese Liquidität gehört. Verursacher der "Kreditklemme" sind nicht nur die Banken, sondern alle Marktteilnehmer die Liquidität über einen längeren Zeitraum anhäufen. Liquiditätskosten können Deflations- und Inflationsrisiken minimieren und kommen damit jenen Geldanlegern entgehen, denen der Werterhalt wichtiger ist als die Gewinne aus Kurszockereien. Damit wären nicht nur Anleger "<link http: www.handelsblatt.com finanzen boerse-maerkte anlagestrategie anlagestrategie-gut-gewappnet-gegen-den-preisverfall>Gut gewappnet gegen den Preisverfall". Dass diese Sicherheit ihren Preis hat ist jedem Marktteilnehmer vertraut.

Klaus Willemsen, 7.3.2014

Verwendete Quellen:
www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/anlagestrategie-gut-gewappnet-gegen-den-preisverfall/9581182.html<link http: www.handelsblatt.com finanzen boerse-maerkte anlagestrategie anlagestrategie-das-ende-der-aktienrally>
www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/anlagestrategie-das-ende-der-aktienrally/9581182-2.html