FR: Immobilienfonds, Spekulation & Hungersnöte

Gleich mehrfach haben Immobilenfonds und Spekulation mit Ackerflächen in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Der Zusammenbruch großer Fonds und die fatalen Folgen des "Landraubs" zeigen, dass es neben dem Geldsystem eine weitere Großbaustelle für eine nachhaltige Zukunft gibt.

Mit "Degi Europa" wurde gerade der zweite Mega-Fonds binnen vier Wochen geschlossen. Was vor dem Bankencrash "als fast idiotensichere Anlage" (SPIEGEL) galt, dürfte nun zahlreiche Investoren viel Geld gekostet haben. Wenige Tage vor der nächsten Schockwelle für die Anleger hatte die Frankfurter Rundschau noch über die dramatischen Verluste offener Immobilienfonds berichtet. Und über die weiterhin bestehenden dreisten Angebote für ahnungslose Bankkunden. Mit blendenden Charts und eindrucksvoll wirkenden Renditen sei für den "SEB Immoinvest" geworben worden:

"Kein Wort davon, dass Anleger den Fonds im Moment gar nicht an die Fondsgesellschaft zurückgeben können, wenn sie ihr Geld wieder benötigen. Erst recht kein Wort davon, dass der Fondspreis an der Börse im Vergleich zum offiziellen Rücknahmepreis der Fondsgesellschaft um gut 15 Prozent eingebrochen ist. SEB Immoinvest zählt nämlich zu den elf offenen Immobilienfonds, die derzeit eingefroren sind."

Um weitere flüchtende Anleger auszahlen zu können, hätten die Immobilien unter Wert verkauft werden müssen. Zwei Jahre können die Fonds eingefroren werden - in der Hoffnung, dass sich die Anleger in dieser Zeit beruhigen und die Preise wieder ansteigen. Bei "Degi Europa" und "Kanam US-Grundinvest" war die Hoffnung vergebens.

Während bei den Fonds vor allem Kleinanleger das Nachsehen haben und Geld verlieren, geht es beim massenweisen Landkauf auch ums nackte Überleben. Westliche Investoren kaufen laut ZEIT in Afrika groß ein, um Lebensmittel oder Agrarsprit zu produzieren oder zu spekulieren. Die Landbevölkerung werde durch die meist undurchsichtigen und oft geheimen Landgeschäfte verdrängt. Die Vereinten Nationen rechnen laut SPIEGEL mit mindestens 500 Millionen unter Hunger leidenden Kleinbauern.

Während es Investoren aus China und Saudi-Arabien auf Agrarprodukte abgesehen haben, geht es britischen Investmentfonds nur um steigende Landpreise. Welche Folgen die Spekulation mit Land hat, lässt sich in Spanien eindrucksvoll besichtigen. Auf den Beton-Tsunami folgte die Krise. Nach dem Absturz der Immobilienmärkte hoffen nun laut Handelsblatt neue Investoren auf hohe Renditen. Welche Alternativen es im Umgang mit dem lebenswichtigen Boden gibt, zeigt die INWO auf.