Frankfurter Rundschau legt Scheuklappen ab

Die Funktionsweise und Bedeutung des Zinses ist in den »Leitmedien« ein Tabuthema. Sehr erfreulich ist daher, dass sich die Frankfurter Rundschau getraut hat, mit Helmut Creutz einen bedeutenden Zinskritiker zu Wort kommen zu lassen.

In der FR-Serie "Was ist Gerechtigkeit" stellte Creutz im September 2014 „Die erdrückende Last des Zinses“ dar und ergänzte im Januar 2015 mit der "Rettung vor dem Kollaps“ seine Analyse. Die Beiträge weisen den Weg zu einer modernen Geldpolitik.

<link http: www.helmut-creutz.de pdf artikel creutz_frankfurter_rundschau_last_des_zinses.pdf>„Das Gros der Haushalte wird durch jede Senkung der Zinsen – die wie gesagt in allen Preisen stecken – immer entlastet“, lautet eine der Kernbotschaften des Wirtschaftsanalytikers Helmut Creutz. Für Mainstreamökonomen, und damit auch für die meisten Wirtschaftsredaktionen, gilt er als Ketzer. Liest man sein Buch »Das Geld-Syndrom«, erscheint es einem vollkommen unbegreiflich, wie leichtfertig und hochgradig unverantwortlich gerade auch linke Ökonomen und Politiker höhere Schulden, Inflation und steigende Zinssätze als gesellschaftliche Perspektive propagieren. Für Sozialpolitiker und Gewerkschafter müssten dauerhaft niedrige Zinssätze die Grundlage aller weiteren Forderungen sein. Nur geringe Kapitalkosten garantieren auch bei schwachem Wirtschaftswachstum hohe Löhne und ein stabiles Sozialsystem. Doch viele linke Parteien und Gewerkschaftsfunktionäre ignorieren diese Zusammenhänge.

Die inflationäre Anleihe-Kaufpolitik der EZB enteignet alle Sparer, Rentner und Arbeitnehmer. Vielleicht kann sie einige überschuldete Staatshaushalte vorübergehend entlasten. Doch dieser Weg führt auf Dauer zum wirtschaftlichen Kollaps. Es ist erfreulich, dass die Frankfurter Rundschau durch Creutz eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Perspektive in die Diskussion einbringt.

Eine stabile, tatsächlich inflationsfreie Währung und ein Null-Zinsniveau bieten eine Alternative zur derzeitigen Schulden- und Inflationspolitik. Mehr Verständnis vom Funktionieren des Geldkreislaufs ist dringend nötig, um die darin liegenden Chancen zu sehen. Dafür müssen Ökonomen ihre seit Jahrzehnten Halt bietenden Scheuklappen ablegen und ihr Sichtfeld erweitern. <link http: www.fr-online.de gastwirtschaft>»Ein „Negativzins auf die Bargeldhaltung“, also eine Umlaufsicherungsgebühr auf das Geld in der Wirtschaft, kann den Kreislauf nachhaltig machen«, schreibt Creutz. Bisher haben erst wenige prominente Ökonomen die Reichweite dieses Gedankens erkannt.

Klaus Willemsen, 30.1.2015

Verwendete Quellen:
www.helmut-creutz.de/pdf/artikel/creutz_frankfurter_rundschau_last_des_zinses.pdf
www.fr-online.de/gastwirtschaft/geld-rettung-vor-dem-kollaps,29552916,29608586.html