Italien im Zinzsog

Die Finanzkrise hat auch positive Auswirkungen. Eine ganz wichtige Entwicklung besteht darin, dass Ökonomen und Journalisten ihren Blickwinkel verändern.

Katharina Kort, Handelsblatt-Korrespondentin in Mailand, greift die Zinslasten der italienischen Regierung auf und beschreibt deren Höhe als die entscheidende Größe für Hopp oder Top der Regierungsarbeit.

„Italien erwirtschaftet einen Haushaltsüberschuss. Dieser Satz passt so gar nicht zu dem Italien-Bild, das wir uns machen und das die Märkte derzeit verschreckt. Aber die Behauptung stimmt auch nur dann, wenn man die Zinsen, die das Land auf seine Altlasten - sprich Staatsverschuldung - zahlen muss, nicht einberechnet. Und die sind enorm hoch - und sie werden immer höher“, kommentiert <link http: www.handelsblatt.com meinung kommentare kommentar-italien-im-zinsstrudel external-link-new-window external link in new>Katharina Kort im Handelsblatt unter dem Titel „Italien im Zinsstrudel“.

Für Leser der INWO Homepage ist dies eine Selbstverständlichkeit. Der gängigen Ökonomie war dieser Zusammenhang Jahrzehnte lang keine Zeile wert. Allein die Dimension der Zinslasten lässt nun einige Kommentatoren aufschrecken. Gestern musste die römische Regierung
„den Investoren Zinsen von 3,97 Prozent anbieten. Am 11. Mai waren es noch 2,34 Prozent gewesen.“ Der Beitrag von Frau Kort im Handelsblatt lässt die Hoffnung steigen, dass auch der Schritt zur Umlaufgebühr auf Geld, als das alles entscheidende Hilfsmittel in der Zinspolitik bald in den Köpfen ankommt.

"Der Sparkommissar von Regierungschef Mario Monti, Enrico Bondi, soll in diesem Jahr vier Milliarden Euro im öffentlichen Haushalt einsparen. Steigen die Zinsen um zwei Prozentpunkte, frisst diese Differenz allein alle Sparbemühungen auf", erkennt Frau Kort. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt?

Klaus Willemsen, 15.06.2012
Der Autor ist freier Referent der <link http: www.inwo.de>Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung e.V.

Verwendete Quelle:
Handelsblatt 14.06.2012
www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-italien-im-zinsstrudel/6750022.html