Mit etwas Fantasie und der Bereitschaft flexibel zu denken, ist die griechische Tragödie aufzulösen. Dazu muss sichergestellt werden, dass nicht die europäischen Steuerzahler für Griechenlands Schulden geradestehen müssen. Griechische Familien haben sich jahrzehntelang am Staat bereichert und sie müssen nun herangezogen werden, um die Not zu überwinden und das Gemeinwesen wieder flott zu machen. Gleichzeitig muss jedoch auch sichergestellt werden, dass nicht griechische Steuerzahler, über Zins und Zinseszins, auf ewig das Kapital alimentieren. Zwei mutige Schritte aufeinander sind dazu nötig.
Schritt eins: Die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds bieten Griechenland eine Umschuldung in zinslose Kredite an. Schritt zwei: Griechenland finanziert die notwendige Hilfe für die notleidende Bevölkerung über eine Bodenreform.
Die Fakten sprechen für diesen Ausweg. <link http: www.sueddeutsche.de wirtschaft griechenland-freitag-ist-zahltag-1.2401308>»Der Primärüberschuss - das Haushaltsplus ohne Zinsausgaben - betrug nach letzten Berechnungen für 2014 nur 0,3 Prozent, statt der geplanten 1,5 Prozent des Bruttosozialprodukts«, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Im Klartext heißt das, der Haushalt ist zu stemmen, es bleibt aber definitiv kein Spielraum für Zinszahlungen. Ein Null-Zins, wie derzeit schon auf deutsche Staatsanleihen gängige Praxis, bietet einen Ausweg. Die Rückzahlung der Schulden kann dann mit einem deutlichen Anwachsen dieses Haushaltsplus einsetzen.
Das am Donnerstag, gemeinsam von Konservativen und Syriza, beschlossene Nothilfegesetz, mit zusätzlichen Ausgaben von 200 Millionen Euro für die Ärmsten, muss Griechenland aus eigener Kraft finanzieren. Eine einheitliche Abgabe auf allen Grundbesitz mit einer Pro-Kopf-Rückgabe für alle Bürger bietet eine mehrheitsfähige Grundlage. Eine für alle gleich hohe Rückerstattung pro Kopf gewährleistet, dass Menschen ohne Grundbesitz überdurchschnittlich profitieren und lediglich jene stärker belastet werden, die deutlich mehr Land besitzen als der durchschnittliche Grieche. Auf diese Weise kann man die wenigen, die wirklich viel besitzen, an der Finanzierung der Krise angemessen beteiligen, ohne dass sie mit ihrem Kapital ins Ausland fliehen können. Der Wähler selber kann entscheiden, wie hoch diese Bodenabgabe ausfallen soll. Weder griechische noch europäische Politiker müssen dafür ihren Kopf hinhalten. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die reichen Griechen den bedürftigen Griechen zur Seite stehen. Der europäische Steuerzahler braucht nicht länger in Geiselhaft genommen zu werden.
Klaus Willemsen, 20.3.2015
Verwendete Quelle:
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/griechenland-freitag-ist-zahltag-1.2401308
