Sehr geehrter Mark Schieritz,

im ZEIT-Streitgespräch mit Philip Faigle stellen Sie zurecht fest, dass immer weniger Geld als Kredit an Unternehmen und Haushalte geht. Die Folge: „In Europa wird zu wenig Geld ausgegeben – und daran kann die Notenbank mit ihren herkömmlichen Instrumenten nichts ändern.“

Die Lösung liegt aber bereits auf den Konten der Geschäftsbanken. Wenn es mithilfe von Negativzinsen und einer Geldgebühr gelingt, auch nur einen Teil der 4,7 Billionen Euro an Sichteinlagen in Bewegung zu bringen, braucht es keinen Helikopter. Kosten auf Liquidität führen zu einer Enthortung dieser Geldbestände. Dies nützt dem Konsumklima, den Investitionen und vor allem den langfristigen Krediten in Form weiter sinkender Guthaben- wie Kreditzinsen. Die Aktivierung der Sichteinlagen beugt einer Deflation vor und vermeidet ein weiteres Inflationsrisiko. Es braucht weder zusätzliches Zentralbankgeld noch zusätzliche öffentliche Schulden.

Klaus Willemsen, 5.12.2014

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