Sie schreiben: <link http: www.nzz.ch finanzen zentralbanken-jagen-ein-phantom-1.18454564>„Gegenwärtig besteht weltweit eine starke Neigung zu einer Geldpolitik, die sich langfristig als viel zu expansiv herausstellen dürfte. Um Missverständnissen vorzubeugen: Die gegenwärtige Liquiditätsschwemme muss nicht zwingend zu Inflation der Konsumentenpreise führen. Wird sie rechtzeitig zurückgenommen, wenn sich die Wirtschaftslage normalisiert, sind solche Ängste unbegründet. Die Frage ist, ob ein solcher Kurs politisch durchsetzbar sein wird. Da geldpolitische Normalisierung ohne Zinsanstieg nicht machbar ist, muss dies angesichts der hohen Staatsverschuldung und der Abhängigkeit kapitalschwacher europäischer Banken von billigem Zentralbankgeld doch stark bezweifelt werden.“
Die Geldpolitik ist sicherlich »zu expansiv«, da sie in keinem Verhältnis zum Wirtschaftswachstum steht. Wenn man die »Liquiditätsschwemme« zurücknehmen kann, bleibt das Inflationsrisiko überschaubar. Eine »geldpolitische Normalisierung« auf die Zinsniveaus der 1970er, 1980er oder 1990er Jahre wird aber letztlich alle europäischen Staaten, sowie viele Banken und Unternehmen erschüttern. Soweit können wir Ihnen folgen.
Ihr Denkfehler besteht darin, die Normalität an der Höhe der Zinssätze zu definieren. Die Normalität besteht aber im Funktionieren des Geldmarktes. Dies kann auch bei einem Kapitalmarktzins um null gewährleistet werden. Unterstellt man, dass es in einer begrenzten Welt kein unendliches Wirtschaftswachstum geben kann, ergibt sich daraus sogar die geldpolitische Aufgabe, das Funktionieren des Geldmarktes auch bei einem dauerhaft rückläufigen Wirtschaftswachstum zu gewährleisten.
Völlig zu Recht und erfreulich unmissverständlich schreiben sie weiter: <link http: www.nzz.ch finanzen zentralbanken-jagen-ein-phantom-1.18454564>„Zentrale Zielsetzung der Geldpolitik muss es sein, die Geldwertstabilität zu sichern, also anhaltende Inflations- sowie Deflationsprozesse zu verhindern. Das sehen grundsätzlich alle Zentralbanken so.“ Mit Durchhaltekosten auf die liquiden Geldmittel kann die Notenbank der Geldhortung entgegenwirken und so diese Gefahren vermeiden. Die von Ihnen benannte »panische Angst«, vor einer »Spirale stets weitersinkender Preise… Konsumschwäche, Investitionsverweigerung und Stagnation« wäre so elegant aus der Welt zu schaffen. Eine stabile Währung wird trotz der niedrigen Kapitalmarktzinssätzen möglich. Siehe dazu: <link http: www.inwo.de ziele stabile-waehrung-dank-durchhaltekosten>www.inwo.de/ziele/stabile-waehrung-dank-durchhaltekosten/. Eine Normalität mit Zinssätzen um null käme den Staaten, Unternehmen und allen Bürgern zugute.
Der Autor des zitierten Beitrags, Ernst Baltensperger, ist Prof. em. für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern, Ökonom für Geldtheorie und Geldpolitik sowie Berater des Studienzentrums Gerzensee.
Klaus Willemsen, 16.1.2015
Verwendete Quelle:
www.nzz.ch/finanzen/zentralbanken-jagen-ein-phantom-1.18454564
