Wenn wir so weitermachen würden wie bisher und nur auf Wachstum schielen, steuern wir direkt auf eine ökologische Katastrophe, meint der emeritierte Professor für Volkswirtschaft aus St. Gallen. Damit verbunden seien weitere viel schwerere Wirtschafts- und Finanzkrisen. Die bereits hoch verschuldeten Staaten könnten künftig keine großen Konjunkturpakete mehr schnüren. Doch ohne Wachstum gehe es eben auch nicht:
"Ohne Wachstum funktioniert das ganze System nicht. Firmen brauchen Geld - entweder Eigen- oder Fremdkapital. Banken und Investoren sind aber nur bereit, Geld vorzuschießen, wenn das Risiko, das sie dabei eingehen, bezahlt wird. Darum muss der Unternehmenssektor in seiner Gesamtheit Gewinne machen. Und schon braucht man Wachstum. (...) Gibt es kein Wachstum, nehmen die Firmen im Schnitt genauso viel ein, wie sie für Löhne, Energie und Maschinen ausgegeben haben. Das eingesetzte Kapital wird nicht entlohnt. Es lohnt sich also nicht, zu investieren."
Binswanger sieht zwei Ansatzpunkte. Erstens dürften Banken nicht mehr die Schaltzentrale der Wirtschaft sein. Die Zentralbank müsse wieder das Monopol auf die Kredit- und damit die Geldschöpfung haben. Damit müsse sie auch Spekulationsblasen und Ressourcenverschwendung vermeiden. Außerdem plädiert der Ökonom im <link http: www.spiegel.de wirtschaft unternehmen _blank>SPIEGEL-Interview dafür, die Aktiengesellschaften zu reformieren.
Für INWO.de hat Wirtschaftsanalyst Helmut Creutz den problematischen <link http: www.fairconomy.de uploads media standpunkte inwo-standpunkt_1_wachstum.pdf _blank>Zwang zum Wachstum (pdf) ausführlich beschrieben und auch Lösungsansätze skizziert, bei denen die Analyse und Ziele Binswangers berücksichtigt werden, die Methoden aber andere sind.
