"Die Idee klingt bestechend. Der EWF soll ein Finanzdesaster, wie es die Europäische Union derzeit mit Griechenland erlebt, künftig verhindern. (...) Denn Hilfsmechanismen für einen solchen Krisenfall gibt es keine. Eine Blaupause für die geordnete Insolvenz eines EU-Staates gibt es schon gar nicht. So bedrohten die Probleme des überschuldeten Staates den gesamten Euro-Raum."
Vorbild für eine europäische Lösung soll nun Internationale Währungsfonds (IWF) sein. Bei künftigen Schuldenkrisen könnte der EWF gegen harte Auflagen für Liquiditätshilfen für Euro-Mitgliedstaaten sorgen und gleichzeitig Einfluss des IWF in Europa verhindern. "Geordnete Insolvenzen" von Schuldnerstaaten sollen dabei nicht ausgeschlossen sein.
Einige Ökonomen und Politiker kritisieren die Pläne. Beispielsweise Jörg Krämer, Chefsvolkswirt der Commerzbank, der einen Widerspruch darin sieht, dass man einerseits Regeln für solide Staatsfinanzen aufstellt und andererseits Mechanismen schafft für den Fall, dass sie gebrochen werden. FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler warnt davor, die selbst verschuldeten Lasten eines Landes auf europäischer Ebene zu sozialisieren.
"Welche Alternativen gibt es?" fragt der SPIEGEL und schreibt von "neuen Regeln", von schärferen und zu ergänzenden Regeln - mehr nicht. Einen überzeugenden Ansatz, der die Ursache des Problems, den systemischen Zwang zu Verschuldung und Wachstum, nachhaltig angeht, scheint kein Politiker, Ökonom oder Redakteur zu kennen.

