SPIEGEL: Neuer Immobiliencrash in den USA?

Mit einem "Wundermittel" wollen die USA den drohenden Crash wegzaubern, berichtet der SPIEGEL. Die lebenserhaltende Maßnahme "Short Sale" macht jedoch eher einen verzweifelten und kostspieligen statt überzeugenden Eindruck.

Drei Millionen Hausversteigerungen könnte es in diesem Jahr geben, denn in den USA laufen zahlreiche Hilfen für den klammen Immobiliensektor aus: die Steueranreize für Hauskäufer von bis zu 8000 Dollar, auch "Tax Credit" oder Abwrackprämie genannt und das milliardenschwere Kaufprogramm der Federal Reserve für Hypotheken.

"Die Zinsen für Hypotheken mit 30 Jahren Laufzeit dürften bis Jahresende in Richtung sechs Prozent steigen, schätzt die Ratingagentur Moody's. Aber steigende Zinsen sind gefährlich in einem Markt, in dem in Kürze das Angebot an leerstehenden Häusern stark zunehmen könnte. (...) Die Zutaten für einen neuen Sturm am US-Häusermarkt sind damit beisammen."

Dabei sind viele Häuser auch einige Monate nach dem bisherigen Höhepunkt der Krise weniger wert als die Kredite, die vor Jahren zu ihrem Kauf aufgenommen worden sind. Nach dem TARP-Fonds zur Bankenrettung soll den klammen Hausbesitzern nun HAFA helfen. Das Notprogramm "Home Affordable Foreclosure Alternatives" sieht eine Stundung von Raten bei Arbeitslosigkeit sowie staatliche Bürgschaften und Zuschüsse für Gläubiger vor, wenn diesem einem teilweisen Schuldenerlass zustimmen.

Ob HAFA mehr hilft als das erfolglose Prämienprogramm für Gläubiger, die ihre monatlichen Forderungen reduzieren, ist unklar. Günstiger als die Rettung von Fannie und Freddie wird es auf jeden Fall.

"2009 wies Fannie Mae einen Verlust von 75 Milliarden Dollar aus, da immer mehr Menschen ihre Kredite nicht mehr tilgen können. (...) Die US-Regierung hat Fannie Mae und Freddie Mac inzwischen bis zum Jahr 2012 Hilfen in unbegrenzter Höhe zugesagt."