„Die Studien sind nicht hundertprozentig vergleichbar. Doch beide Untersuchungen zeigen: Die Schere bei den Vermögen geht auseinander – und zwar immer weiter.“ <link http: www.handelsblatt.com politik deutschland vermoegensverteilung-tiefe-kluften-zwischen-arm-und-reich external-link-new-window external link in new>Handelsblatt, 21.3.2013. Für den kritischen Bürger ist diese Entwicklung schon lang keine Überraschung mehr. Wirklich aussagekräftig ist das Zustandekommen dieser Untersuchungen. Die Bundesbank befragte für ihre Studie bereits 2010/2011 3500 Haushalte. Dabei hat schon das Statistische Bundesamt vor Jahrzehnten festgestellt, dass solche Befragungen nicht die tatsächliche Vermögenssituation wiedergeben können. Multimillionäre und Milliardäre kann man in derartige Befragungen nicht repräsentativ einbinden.
Der "aktuelle" Bericht der Bundesregierung stützt sich zudem auf Zahlen aus dem Jahr 2008. Die Bundesregierung, die jedes noch so bedeutungslose Detail der deutschen Volkswirtschaft akribisch auflisten kann, ist bei der Erfassung der Vermögen in Deutschland praktisch blind. Es ist zwar schön, dass man über die Vermögenssituation von 98 % der Bevölkerung annäherungsweise informiert ist. Der Bericht verschleiert dabei jedoch die tatsächliche Situation, wenn er nicht erfassen kann, über welchen Anteil am Vermögen das wirklich reiche eine Prozent der Haushalte verfügt. In den USA nähert man sich dem Club der wirklich reichen Haushalte an, wenn man über 300.000.000 $ verfügt. In Deutschland beziehungsweise Europa ist dies nicht wirklich anders.
„Der Graben zwischen Arm und Reich ist tiefer geworden", stellt das Handelsblatt fest. Wie tief dieser Graben tatsächlich ist, kann vermutlich selbst in der Handelsblatt-Redaktion niemand auch nur erahnen. Wir alle haben nicht die leiseste Vorstellung davon, wie viel Wohlstand uns durch den Privatbesitz einiger weniger vorenthalten wird. Schon mit einer bescheidenen Rendite von 3 % wächst das Vermögen des Bedeutungslosesten unter diesen Superreichen jährlich um 9.000.000 $ an. Wer kann von sich behaupten, dass ihm dies nicht unbegreiflich ist. Umso wichtiger ist es daher, genau zu verfolgen, wie viel die Gesellschaft tagtäglich für Zinsen und Bodenpacht aufbringt. Dies sind die entscheidenden Größen bei der Umverteilung von den unteren 90 % zu den oberen 3 % der Bevölkerung.
Klaus Willemsen, 21.03.2013
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<link http: www.handelsblatt.com politik deutschland vermoegensverteilung-tiefe-kluften-zwischen-arm-und-reich>www.handelsblatt.com/politik/deutschland/vermoegensverteilung-tiefe-kluften-zwischen-arm-und-reich/7964564.html
