Die Ratingagentur Fitch baut den Euro-Politikern und den Zentralbankern eine Brücke, heißt es dort. Die Ankündigung Fitchs, einen Roll-over nicht als Zahlungsausfall der Anleihen zu bewerten, ist bedeutsam. Nach den Regeln der EZB ist es ausreichend, wenn nur eine Ratingagentur die Anleihen auf ein akzeptables Niveau einstuft. Dann kann die Notenbank von den Geldhäusern Griechenanleihen weiterhin als Sicherheiten annehmen.
„EZB-Präsident <link http: www.ftd.de>Jean-Claude Trichet hatte vergangene Woche erklärt, dass eine Gläubigerbeteiligung nicht zu einem Zahlungsausfall oder teilweisen Zahlungsausfall führen dürfe. Die Währungshüter hatten zuvor signalisiert, dass die EZB sonst keine griechischen Staatsanleihen mehr akzeptieren würde - mit gravierenden Folgen für die hellenischen Banken, die viele Papiere ihrer Regierung halten: Sie könnten sich kein Geld mehr von der EZB leihen und müssten rekapitalisiert werden.“
Roll-over würde bedeuten, dass mit den Gläubigern vereinbart würde, Rückflüsse sofort wieder in neue Wertpapiere anzulegen. Die Gläubiger würden sowohl für die auslaufenden Kredite die vereinbarten Zinsen bekommen, als auch für den neu zu verhandelnden Zeitraum der Kreditverlängerung. Da die freie Wahl der Anleger eingeschränkt wird, stufen die übrigen großen Ratingagenturen dieses Verfahren als Kreditausfall ein. Fitch beurteilt dies anders und ermöglicht es so der EZB, wie bisher weiterzumachen.
Es ist ein Armutszeugnis für die Währungspolitik, dass die Notenbank Bewertungen der Sicherheiten von relativ willkürlichen Einschätzungen privater Agenturen abhängig macht.
Sie finden den Beitrag der Financial Times Deutschland kostenlos unter <link http: www.ftd.de finanzen maerkte :euro-krise-fitch-zeigt-weg-zu-griechen-hilfen _blank external-link-new-window externen link in neuem>FTD.de.
Klaus Willemsen16.06.2011
