Liebe WELT Redakteure:
1.: Der <link http: www.welt.de finanzen article133792751 sparer-muessen-erstmals-strafzinsen-zahlen.html>"Zinsknüppel" trifft nicht die Sparer, also jene, die ihre "Ersparnisse" auf Zeit anderen überlassen. Die von Ihnen beschriebenen "negativen Zinsen" betreffen nur täglich fällige Einlagen und damit eben genau das Geld, was man nicht sparen, sondern liquide halten will.
2.: Europaweit hat die Hortung auf den Giro- und Tagesgeldkonten eine Summe von 4,7 Billionen Euro erreicht. Dieses Geld fehlt den Banken zur Kreditvergabe. Die langfristigen Einlagen sind in den letzten Jahren um jeweils 5 % zurückgegangen. Dies erzeugt für die Banken immer höhere Risiken und immer größere Kosten, während das Kreditgeschäft und damit die Gewinne aus der Kreditvermittlung zurückgehen.
3.: Nicht die Banken sind daran schuld, wenn ihnen immer weniger Gelder in Form langfristiger Einlagen zur Verfügung stehen. Das Problem entsteht aus der zu flachen Zinsstruktur. Die Möglichkeiten durch die Fristentransformation diesem Trend entgegenzuwirken sind längst ausgereizt.
4.: Will man steigende Zinssätze für langfristige Anlagen vermeiden, kommt man nicht drum herum, den kurzfristigen Bereich der Zinsstruktur in den negativen Bereich zu drücken. Lesen Sie dazu vielleicht: www.inwo.de/ziele/stabile-waehrung-dank-durchhaltekosten/ oder beachten Sie die Überlegungen von Marvin Goodfriend, Willem Buiter, Gregory Mankiw und Benoît Cœuré (<link http: www.bis.org review r140911a.htm>Rede vom 9.9.2014). Auch Bundesbankvorstand Dombret hat in mehreren Reden die problematische Zunahme von Liquiditätsrisiken und die daraus resultierenden Refinanzierungsrisiken der Banken thematisiert.
Ganz sicherlich sind die so genannten „Strafzinsen“ für Sparkassen und Banken derzeit schwer vermittelbar. Dies liegt aber auch und vor allem an der falschen Berichterstattung. Ein Imageverlust ist vor allem dann zu fürchten, wenn selbst Fachjournalisten die Notwendigkeit dieser Maßnahme nicht erfassen und in der Berichterstattung falsche Schlüsse ziehen.
Klaus Willemsen, 7.11.2014
Verwendete Quellen:
<link http: www.bis.org review r140911a.htm _blank>www.welt.de/finanzen/article133792751/Sparer-muessen-erstmals-Strafzinsen-zahlen.html
9.9.2014 EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré
