Als gäbe es kein Morgen

Exzellent beschreibt Arne Storn für Zeit-online die Situation an den Finanzmärkten und insbesondere die Zwickmühle, in der sich Anleger und Vermögensverwalter befinden. Er widersteht der Versuchung, Banker und Fondsmanager als gierige Halunken darzustellen.

Arne Storn veranschaulicht an einigen Beispielen die verzweifelte Suche der Anleger nach Rendite, die einhergeht mit dramatisch zunehmenden Risiken. <link http: www.zeit.de finanzmarkt-geldpolitik-rendite external-link-new-window external link in new>„<link http: www.zeit.de finanzmarkt-geldpolitik-rendite external-link-new-window external link in new>Banken, Investoren und Privatanleger suchen ständig nach Anlagemöglichkeiten, die ihnen wenigstens ein paar Prozentpünktchen Rendite bieten. Ihre Bereitschaft, größere Risiken einzugehen, steigt jeden Tag. Dies treibt die Kurse an den Aktienmärkten in die Höhe, aber auch das Geschäft mit Anleihen oder Krediten für Firmen nimmt zu.<link http: www.zeit.de finanzmarkt-geldpolitik-rendite external-link-new-window external link in new>“ Das Gefahrenpotenzial ist bereits heute vielfach höher als vor dem Crash 2008. Folgt man dem Autor, ist die Situation an den Finanzmärkten der schiere Wahnsinn. Ursache sei aber nicht die Gier der Akteure. Die Geld-Jongleure scheinen eher getriebene der Geldflut zu sein. Die Notenbanken erzeugen immer mehr Liquidität, für die es keine vernünftigen Anlageformen geben kann. „Für private Investoren – Hedgefonds, Pensionsfonds, Versorgungskassen, Versicherungen – heißt das: Sie müssen sich immer häufiger neue Ziele suchen. Gute Staatsanleihen, in denen sie sonst einen großen Teil der ihnen anvertrauten Gelder angelegt haben, sind rar und bringen kaum noch Rendite.“

Mit der Geldflut wird ein ungeheures Inflationspotenzial erzeugt. Dies macht es seriösen Vermögensverwaltern schwer, große Teile ihres Budgets in langfristige, relativ sichere, aber sehr gering verzinste Anleihen zu investieren. Wer will schon darauf vertrauen, dass die Notenbanken die Kaufkraft des Geldes über die nächsten fünf bis zehn Jahre erhalten? Arne Storn schreibt zurecht: „Wer das große Ganze verstehen will, muss dem Geld folgen“ und „die Welt ertrinkt in einer Flut von Geld.“ Dieses Fluten muss beendet werden, ohne dafür hohe Zinsen und hohe Inflationsraten zu erzeugen. Dem Autor ist zuzustimmen bei seiner Schlussfolgerung: <link http: www.zeit.de finanzmarkt-geldpolitik-rendite external-link-new-window external link in new>„<link http: www.zeit.de finanzmarkt-geldpolitik-rendite external-link-new-window external link in new>Entscheidend wird sein, ob es den Notenbanken gelingt, das viele Geld dem Markt zu entziehen … ohne dass es zu einem neuen Finanzcrash kommt.“ Zu kurz gedacht ist aber die übliche Verknüpfung: „Irgendwann müssen die Zinsen steigen.“ Viel effektiver ist der Weg, die ausgegebene Geldmenge durch eine Gebühr zu belasten. Die Spanne zwischen kurz- und langfristigen Zinssätzen muss deutlich größer werden als derzeit. Dazu kann man, wie üblich, auf hohe Zinsen für langfristige Anlagen setzen. Man kann aber auch Gebühren auf die liquiden Geldmittel erheben und diese so mit Kosten verbinden.

Klaus Willemsen, 10.01.2014

Verwendete Quelle:
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