Die Nullzinsen gehen uns alle an,

schreibt die Neue Zürcher Zeitung und hebt dabei unter anderem hervor, dass infolge niedrigerer Zinsen die Arbeitseinkommen der Menschen überproportional gestiegen sind. Mit Verweis auf eine McKinsey-Studie wird auch dargestellt, dass "nicht finanzielle Unternehmen" deutlich von der Niedrigzinspolitik profitieren.

Ausführlich wird außerdem dargelegt, dass die öffentlichen Haushalte durch geringere Zinsausgaben massiv entlastet wurden. Und selbst die Haushalte der Krisenländer, deren Zinsausgaben auch heute noch gewaltig sind, profitieren von der Situation. Deren Zinsbelastung wäre mit einer anderen Zinspolitik so dramatisch gestiegen, dass mit Sicherheit mehrere Staaten mittlerweile pleite wären.

Trotz der eindeutigen Faktenlage verzichtet der Autor, Martin Lanz, nicht darauf, die gängigen Plattitüden über die Benachteiligung der Sparer für seinen Beitrag heranzuziehen. So schreibt er: <link http: www.nzz.ch wirtschaft wirtschaftspolitik external-link-new-window external link in new>„In der Zwischenzeit wirkt die Nullzinspolitik als gewaltige Umverteilungsmaschine.“ Wie viele seiner Kollegen unterstellt er damit, dass es eine Art Grundrecht auf positive Realzinsen und das damit verbundene leistungslose Zinseinkommen gibt. Eine zweite Formulierung fällt dagegen schon etwas nachdenklicher aus: <link http: www.nzz.ch wirtschaft wirtschaftspolitik external-link-new-window external link in new>„<link http: www.nzz.ch wirtschaft wirtschaftspolitik external-link-new-window external link in new>Die niedrigen Zinsen begünstigen grundsätzlich die Schuldner und benachteiligen die Gläubiger.<link http: www.nzz.ch wirtschaft wirtschaftspolitik external-link-new-window external link in new>“ Mit etwas Wohlwollen kann man diese Einschätzung gelten lassen, obschon sie korrekt formuliert wie folgt lauten würde: Niedrige Zinsen belasten Schuldner weniger stark und verringern die Bevorzugung der Kapital Besitzenden.

Die von McKinsey zusammengetragene, in der NZZ aufgeführte Faktenlage, ist in jeder Hinsicht eindeutig positiv: „Die Staatshaushalte der USA, Grossbritanniens und der Euro-Zone sind durch die niedrigen Zinsen und die Wertpapierkaufprogramme der Zentralbanken zwischen 2007 und 2012 um gesamthaft 1,6 Bio. $ entlastet worden.“ Im Klartext heißt diese Aussage, dass alle Bürger des Staates, sowohl die Steuerzahler, als auch jene, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind, von der Entwicklung niedriger Zinslasten profitieren. Noch deutlicher wird der Beitrag mit Blick auf die Situation aller Handels-und Produktionsunternehmen: <link http: www.nzz.ch wirtschaft wirtschaftspolitik external-link-new-window external link in new>„<link http: www.nzz.ch wirtschaft wirtschaftspolitik external-link-new-window external link in new>Niedrige Zinsen wirken sich hier positiv aus, versetzen sie doch Firmen in die Lage, ihre Zinskosten zu reduzieren und neue, niedriger verzinste Schulden aufzunehmen.

Es ist zu hoffen, dass sich mehr Journalisten und Wissenschaftler bei der Beurteilung der Lage stärker auf Fakten und weniger auf ideologischen Standesdünkel stützen. Der Beitrag von Martin Lanz ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Klaus Willemsen, 26.12.2013

Verwendete Quelle:
<link http: www.nzz.ch wirtschaft wirtschaftspolitik>www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/die-nullzinsen-gehen-uns-alle-an-1.18206755