Euro-Rettung - so nicht

lautet ein Leitartikel in der Berliner Zeitung. Der Autor, Stephan Kaufmann, lässt erkennen, dass ihm die grundsätzliche Kritik der Fairconomy vertraut ist. „Die Staaten haben zu viel geliehen – das kann man umdrehen: Die Finanzmärkte haben zu viel verliehen. Damit soll nicht den Anlegern die Schuld an der Misere angehängt, sondern auf das aktuelle Grundproblem hingewiesen werden: Die Schulden der Staaten sind das Vermögen von Banken, Versicherungen und Fonds."

Es ist schlicht unmöglich, über immer positive Zinssätze die Geldvermögen permanent zu vergrößern und gleichzeitig die Überschuldung von Saaten und Wirtschaftsunternehmen abzubauen. So lautet die zwingende Schlussfolgerung aus diesem Zusammenhang.

Kaufmann stellt noch einen weiteren Widerspruch heraus: Wenn die Geldvermögen über Jahrzehnte schneller wachsen als die reale Wirtschaft, geraten die Finanzmärkte zwingend in ein Dilemma: „Sie haben kurz gesagt zu viel Kapital – zu viel, als dass es sich noch verwerten könnte.“ Wenn es also nicht gelingt, Geld auch bei Zinssätzen um null in die Anlagen zu locken, muss es zwangsläufig zu einer „großangelegten Vernichtung von Finanzkapital“, also zu Vermögensschnitten, Enteignungen (durch Inflation oder Steuern) und Konkursen kommen. Kaufmann zählt zahlreiche Ungereimtheiten auf. Dass aber alle derzeit diskutierten Maßnahmen in sich  widersprüchlich sind, behält der Autor noch für sich. Schwarzseher, selbst jene, die sich auf mathematische Logik berufen können, werden in und von den Medien nicht gemocht.

Klaus Willemsen, 29,10.2011

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