Mit den altbekannten Floskeln fordern die einen, weniger Schulden zu machen, während die anderen die Druckerpresse der Zentralbank schneller laufen lassen wollen. Keiner der Wege führt zu befriedigenden Resultaten, wie die Realität seit Jahrzehnten zeigt. Eine ernsthafte Entschuldung aus eigener Anstrengung ist keinem Land gelungen, ohne den Wohlstand und Frieden der Gesellschaft zu zerstören. Und die Verharmlosung der Gelddruckerei wurde ihnen vielen Ländern so lange klein geredet, bis es für die Gesellschaft zu spät war. Bereits am 18. November 2009 schrieb Klaus Kaldemorgen, damals Leiter der DWS Fondsgesellschaft, in der FTD: „Alle Katastrophen wurden bisher geheilt mit expansiver Geldpolitik, aber das ist eine Droge. Entzug nicht möglich. Man muss in kauf nehmen, dass wir in eine neue Blase steuern.“
Beschränkt man sich auf das gängige Handwerkszeug, ist die Alternative zu den beiden Maßnahmen nicht gerade verführerisch. Die <link http: www.nzz.ch finanzen nachrichten fortgesetztes_herumdoktern_an_symptomen_1.13514532.html external-link-new-window externen link in neuem>NZZ bemüht für diese ungeliebte Botschaft einen Dritten: „Der US-Kommentator John Mauldin meint, die Aktion der Notenbanken hätte ausgereicht, wenn es sich um eine Liquiditätskrise gehandelt hätte. Aber es herrsche eine Krise der Staatsschulden, die nur durch das Abschreiben von Schulden – rund 3 Bio. € – überwunden werden könne.“ Dies heißt im Klartext, Sparer und Anleger müssten auf 3.000.000.000.000 € ihrer Vermögen verzichten. Klar, dass dies kein Politiker und selbst kaum ein Ökonom öffentlich ausspricht.
Doch es geht auch anders. Die NZZ schreibt: „Immer wieder hört man, das Vorgehen der Notenbanken sei kein «game changer».“ Doch genau diesen Wandel braucht es. Und dazu braucht es eine sachliche Analyse. Die Finanzmärkte lieben Liquidität und diese ist im Übermaß vorhanden. Die Notenbank kann einen Kostendruck auf Liquidität erzeugen. Dies ist die marktwirtschaftliche Lösung für die scheinbar unauflösliche Aufgabe der Finanzpolitik.
Klaus Willemsen, 5.12.2011
