FR: Mittelschicht schrumpft, Sparpaket vergrößert Kluft

Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegt die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich und sorgt für reichlich Diskussionsstoff. Die Untersuchung bestätigt die Analysen der INWO.

Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass seit zehn Jahren die ärmeren Haushalte immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Die logische Folge sei, dass die Mittelschicht schrumpfe.

"Das Auseinderdriften der Gesellschaft verunsichere die Mittelschicht. Problematisch sei das vor allem dann, wenn andere Bevölkerungsgruppen für den drohenden Statusverlust verantwortlich gemacht würden. Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit könnten zunehmen. Auch für die Stadtentwicklung berge die wachsende Einkommenskluft Risiken. Wenn es immer mehr arme Menschen gebe, können auch in Deutschland Armenviertel entstehen."

Laut FR rechnen die Forscher bei Singlehaushalten der Mittelschicht mit einem Nettoeinkommen von 920 bis 1970 Euro im Monat. Durch das "Sparpaket" der Bundesregierung befürchten die Wissenschaftler weitere einseitige Belastungen für die unteren Einkommen. Sinnvoller wäre es demnach, wenn diejenigen einen Beitrag leisten würden, die immer mehr verdienen.

Wie auch die Analysen der INWO zeigen, gilt der Zuwachs besonders für Superreiche. DIW-Verteilungsforscher Markus Grabka hat festgestellt, dass Menschen mit höheren Einkünften im Jahr 2000 im Schnitt über 2400 Euro im Monat verfügen und ein Plus von zwölf Prozent verbuchen konnten. Wenn man noch genauer hinschaue, konzentriere sich dieser Zuwachs ausschließlich auf die reichsten fünf Prozent der Bevölkerung. Eine gerechtere Verteilung würde folglich deutlich mehr bringen als das nächste Kürzungspaket!