In dem Beitrag <link http: www.handelsblatt.com unternehmen management koepfe evonik-chef-klaus-engel-industrie-bosse-wettern-immer-staerker-gegen-banken external-link-new-window external link in new>„Industrie-Bosse wettern immer stärker gegen Banken“ geht es zunächst um ein marktwirtschaftliches Grundprinzip. Wettbewerb kann nur funktionieren, wenn unternehmerische Entscheidungen neben dem Erfolg auch immer ein Scheitern, also die Insolvenz, zur Folge haben können. Einige Großbanken haben diese Möglichkeit für ihr eigenes Haus jedoch als unmöglich postuliert. Und mangels alternativer Finanzfachleute ist es ihnen gelungen, ihre Einschätzung zur Handlungsmaxime für die Politik zu machen. Dadurch ist es den Geldhäusern möglich, ohne Rücksicht auf Verluste zu spekulieren, Profite großzügigst an Anleger und Manager zu verteilen und die zwangsläufig entstehenden Verluste auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Weil diese Kosten letztlich auch zulasten der Industrie gehen, ist nun einigen ihrer Manager der Kragen geplatzt. „Die Politik muss die Großbanken in kleine Teile, in Einzelteilen organisieren, deren mögliches Scheitern gefahrlos für die Volkswirtschaften wäre“ sagte Klaus Engel und ergänzte, dass ein „zu groß zum Scheitern“ auch für Banken nicht gelten dürfe. „Größe allein darf kein Freifahrtschein für einen unbekümmernden, rücksichtslosen Egoismus sein“, zitiert ihn das Handelsblatt.
Die Kritik des Managers und des Autors beschränkt sich jedoch nicht auf den technischen Aspekt der Insolvenz-Konsequenzen. „Es könne nicht sein, dass ein ganz grundlegender Wirtschaftssektor spekulative Gewinne privatisiere, ´aber gigantische Spekulationsverluste auf Kosten der Gesellschaft sozialisiert` werden“, betont das Handelsblatt. Die zitierte Kritik der Manager ist grundlegend und von linker Gesellschaftskritik kaum zu unterscheiden. „Linde-Chef Reitzle hatte festgestellt, dass die Finanzwirtschaft sich weitgehend von der Realwirtschaft abgekoppelt und ihre eigene Parallelwelt geschaffen habe, in der virtuelle Werte entstanden seien“, ist dort zu lesen.
Der Beitrag ist auch keineswegs ein Ausrutscher. Mit der Schlagzeile, <link http: www.handelsblatt.com unternehmen management koepfe verfehlungen-der-finanzinstitute-diese-bosse-schimpfen-auf-die-banker external-link-new-window external link in new>„Diese Bosse schimpfen auf die Banker“, hat das Handelsblatt eine ganze Liste ähnlicher Äußerungen dokumentiert. Die hier zusammengetragene Kritik am Bankenwesen ist fundiert und rigoros. Dennoch gibt es eine Schwachstelle. Die Kritik beschränkt sich weitgehend auf unmoralische Geschäftsmodelle und skrupelloses Handeln der Akteure. Sie übersieht dabei die diesem Handeln zu Grunde liegende Struktur des kapitalistischen Geldsystems. Es gibt einige Unzulänglichkeiten im Regelwerk unseres Bankensystems. Diese zu benennen und zu ändern ist löblich, aber nicht ausreichend. Die exponentielle Vermehrung des Geldes durch den Zins und die Möglichkeit der Geldzurückhaltung sind die Ursachen für die ökonomische und gesellschaftliche Instabilität. Diese Ursachen gilt es zu kritisieren und zu verändern.
Klaus Willemsen, 11.09.2012
Der Autor ist freier Referent der <link http: www.inwo.de>Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung e.V.
Verwendete Quelle:
Handelsblatt 11.09.2012
<link http: www.handelsblatt.com unternehmen management koepfe evonik-chef-klaus-engel-industrie-bosse-wettern-immer-staerker-gegen-banken>www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/evonik-chef-klaus-engel-industrie-bosse-wettern-immer-staerker-gegen-banken/7117736.html
Handelsblatt 24.08.12
<link http: www.handelsblatt.com unternehmen management koepfe verfehlungen-der-finanzinstitute-diese-bosse-schimpfen-auf-die-banker>www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/verfehlungen-der-finanzinstitute-diese-bosse-schimpfen-auf-die-banker/7049770.html
