In seinem Beitrag <link www.koord.hs-mannheim.de/horizonte/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">„Auswirkungen der Finanzkrise auf Spanien“, horizonte 37</link>/ März 2011 geht Professor Kreiß mit seiner eigenen Zunft hart ins Gericht und bricht eine Lanze für den Wirtschaftsanalytiker Helmut Creutz. „Im Gegensatz zur konventionellen Ökonomie haben Außenseiter wie Helmut Creutz, … seit langem auf Denkfehler der gängigen Volkswirtschaftslehre und strukturelle Fehlentwicklungen im Ökonomiesystem hingewiesen, wurden jedoch (und werden größtenteils auch weiterhin) von den recht hochmütig sich verhaltenden Anhängern der gängigen Ökonomielehre nicht ernst genommen. Daher kann er mit Recht sagen: „Was ist das überhaupt für eine Wissenschaft, in der man – abgesehen von wenigen Ausnahmen – die entscheidenden Ursachen unserer wesentlichen Miseren und Zwänge nicht wahrnimmt und uns damit ohne gangbare Auswege in die Zukunft entlässt?“ Solange diese von Creutz und anderen angesprochenen Denk- und daher auch Konstruktionsfehler im sozialen Leben nicht grundlegend angegangen werden ist auch keine nachhaltige Lösung der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise zu erwarten.“
Das komplette Versagen im Vorfeld der Finanzkrise, wie auch schon bei anderen Krisen zuvor, hat den bekanten Wirtschaftsfachleuten und ihrem Ruf nicht geschadet. In der Wirtschaft und der Politik profilieren sich heute dieselben Berater mit denselben Thesen wie vor der Krise, als hätte es die massenhaften Beweise für ihre blinden Flecken nie gegeben. Der Kaiser ist nackt, doch scheinbar traut sich keiner, dies zu sagen. Professor Kreiß ist zu danken, dass er den gesunden Menschenverstand den volkswirtschaftlichen Dogmen vorzieht.
Eine ähnliche Kritik am Wissenschaftsbetrieb äußert das Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung, Peter Bofinger, in einem aktuellen <link www.ftd.de/politik/konjunktur/:wirtschaftsweiser-im-interview-bofinger-geisselt-mickymaus-modelle-der-oekonomen/70019094.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">FTD-Interview</link>. „Das Problem ist nicht nur, dass es bisher keine Lehrbücher gibt, in denen gezeigt wird, wie das Finanzsystem die Realwirtschaft destabilisieren kann. Professoren haben oft auch kein allzu großes Interesse daran, ihre Lehre an die geänderte Realität anzupassen.“
Hand in Hand mit dieser durchaus berechtigten Kritik beweist er jedoch gleichzeitig, welche Folgen dieses wissenschaftliche Defizit erzeugen kann. Während er Kollegen die Verwendung von "Mickymaus-Modellen" vorwirft, scheut er sich nicht, „Hokus-Pokus“ Modelle zu präsentieren: „Der Finanzsektor braucht keine Einlagen um Kredite zu vergeben, in den Jahren vor der Krise konnten Banken nahezu grenzenlos Kredite aus dem Nichts schaffen.“ Banker sind keine Zauberkünstler, die Kredite aus dem Hut zaubern. Durch unklare und falsche Lehrmeinungen können diese und andere Illusionen im Zentrum der Diskussionen stehen und so die allgemeine Verwirrung vergrößern.
Klaus Willemsen, 19. April 2012
Der Autor ist freier Referent der „<link www.inwo.de/>Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung</link> e.V.“.
Verwendete Quellen:
<link www.koord.hs-mannheim.de/horizonte/>http://www.koord.hs-mannheim.de/horizonte/
</link>Creutz, Helmut, Armut und Reichtum driften auseinander – Die Rolle der zinsbedingten Umverteilung, in: Humane Wirtschaft 5/2010<link www.ftd.de/politik/konjunktur/:wirtschaftsweiser-im-interview-bofinger-geisselt-mickymaus-modelle-der-oekonomen/70019094.html>
www.ftd.de/politik/konjunktur/:wirtschaftsweiser-im-interview-bofinger-geisselt-mickymaus-modelle-der-oekonomen/70019094.html</link>
