"Das Geld vermehrt sich immer mehr und gleichzeitig die Schulden. Weil jeder Euro, der im Umlauf ist, ist woanders als Schuld vorhanden. (...) D. h. alles Geld ist gleichzeitig Schuld. Und für diese Schuld muss jemand Zinsen zahlen und das ist die breite Masse der Menschen."
Zu Wort kommt im ZDF heute journal auch Prof. Nouriel Roubini, Nationalökonom an der Universität New York, der vor weiter Verschuldung warnt und von einem "Sozialismus für die Wall Street" spricht. So ein System könne nicht funktionieren.
Müller geht mit seiner Kritik noch weiter. Der kritische Börsenexperte ist überzeugt, dass wir uns bereits in der finalen Phase exponentiellen Wachstums befinden:
"Das System, das wir aufgebaut haben, das Zinseszinssystem, das Verschuldungssystem, hatte von Beginn an eine Halbwertszeit. Es war mit einem Verfallsdatum versehen. (...) Ein Zinseszinssystem kann mathematisch nicht unendlich funktionieren. Es fängt langsam an, der Zinseszins sorgt dafür, dass es dramatisch schnell wächst."
Nach Ansicht von Müller kann die Folge nicht anderes sein als eine Neuordnung der Schulden. Wie die aussehen werde, sei unklar. Klar sei aber, dass die Bürger auf Dauer die Zinslast der Staatsschulden nicht tragen können.
Wie ein nachhaltiges Finanzsystem aussehen könnte, beschreibt die INWO, ebenso wie eine der wichtigsten Ursachen für die Krise. Welche Rolle der Zins dabei spielt, hat auch der Wirtschaftsmathematiker Jürgen Kremer auf der Grundlage von Analysen von Steve Keen untersucht.
