ZEIT und SPIEGEL: Ökonomen warnen vor platzender Immobilien-Blase

Mit einem neuen Immobiliencrash in China und Australien rechnen kritische Wirtschaftswissenschaftler. Vor allem eine chinesische Krise könnte weltweit noch schlimmere Folgen haben als das Platzen der Blase in den USA.

 

Laut Harvard-Professor Rogoff steht ein Kollaps in China bereits kurz bevor. Der frühere IWF-Chefökonom ist überzeugt, dass der Zusammenbruch des Immobilienmarktes dem Bankensystem zu schaffen machen wird, berichtet der SPIEGEL. Chinas Regierung und Bankenaufsicht haben bereits Warnungen heraus gegeben und Gegemaßnahmen eingeleitet. Die sind jedoch nach Ansicht von Rogoff weitgehend wirkungslos oder kämen zu spät.

Der teuerste Wohnungsmarkt der Welt liegt laut Marktstudie in Australien. Der dortige Preishype habe die "Proportion einer Spekulationsblase" erreicht, analysiert die amerikanische Beratungsfirma Demographia in einem ZEIT-Artikel. In "Down Under" steigen die Häuserprese demnach derzeit am schnellsten. In Sydney koste bereits jedes zweite Haus mehr als 450.000 Euro und selbst die Preise in abgelegenen Bergbaustädten würden boomen.

"'Was sich in den USA abgespielt hat, wird sich auch hier wiederholen, nur zeitverzögert und mit einer geringeren weltweiten Kettenreaktion', warnt Steve Keen, Wirtschaftswissenschaftler an der University of Western Sydney. Er sieht einen Immobiliencrash kommen, der den amerikanischen vor vier Jahren noch übersteigt. Um 40 Prozent werden die Preise fallen, glaubt er – und hat vorsorglich schon sein eigenes Haus verkauft."

 

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von Redaktion - 06. Juli 2010